Ausstellungen: Köln , 2006

Jürgen Raap

Monica Ortuzar, MAF Räderscheidt

Galerie Dagmar Peveling, Köln, 9.12.2005 – 12.1.2006

Seit 1970 ist die Malerei von den Protagonisten einer Konzeptkunst immer wieder totgesagt und ebenso oft vom Kunsthandel wieder belebt worden. Dass nach den medienkünstlerisch geprägten neunziger Jahren und dem jüngsten Fotoboom sich im derzeitigen Kunstbetrieb die Malerei wieder mehr gegenüber der Installationskunst und anderen Ausdrucksformen behauptet, hat vielleicht etwas mit einer ähnlichen Stimmungslage zu tun, wie sie Wolfgang Max Faust vor zwanzig Jahren mit der plakativen Vokabel „Hunger nach Bildern“ beschrieb. Diesen Hunger vermag vor allem die Malerei deswegen zu stillen, weil sie ein sehr urtümliches, ja, sogar archaisches Medium ist, das ähnliche Sehnsüchte bedient, wie sie auch derjenige hat, der im Zeitalter des Elektroherdes seine Bratwurst auf dem Balkon über dem Holzkohlenfeuer grillt. In der Kölner Galerie von Dagmar Peveling waren jüngst Werke von zwei Künstlerinnen zu sehen, die bei aller stilistischer Unterschiedlichkeit das grundsätzliche Wesen der Malerei thematisieren, nämlich den Zusammenklang von gezeichneter Form und stofflich pointiertem Umgang mit der Farbe.

Die spanische Künstlerin Monica Ortuzar unternimmt dies mit einer einfachen, klaren Formensprache, bei der Menschenfiguren oft silhouettenhaft in Erscheinung treten. Dabei sind Pastellfarben das bevorzugte Medium. Ihre Kölner Kollegin MAF Räderscheidt widmet sich ebenfalls der Menschenfigur, deren Form aufgelöst, aber nicht völlig abstrahiert wird. In beiden Stillagen bleibt die konkrete Form immer noch sichtbar. Jene formalästhetische Bildproblematik, an der sich die Klassische Moderne abgearbeitet hat, als sukzessive Formreduktion bis hin zum Informel und der monochromen Malerei, hat sich allerdings für die heutige Generation offensichtlich erledigt. Die beiden…

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