Magazin: Messen & Märkte , 1985

Markus Brüderlin

Müde Messe

Die ART’16 in Basel, 12. – 17. Juni 1985

Mit ‚The ART-adventure‘ lockten die Veranstalter der diesjährigen Kunstmesse Händler, Sammler, Vermittler, Kritiker und natürlich auch kunstinteressiertes Publikum zum internationalen Kunstderby ans Rheinknie. Daß Kunst hauptsächlich für Künstler ein Abenteuer ist, braucht nicht speziell erwähnt zu werden, aber auch der Kunsthandel erhielt in den letzten Jahren wahrlich abenteuerliche Dimensionen. Das schnelle Reagieren einiger Galerien auf die neuen Maltendenzen zu Beginn der 80er Jahre machte den Kunstmarkt zu einem der einflußreichsten Faktoren in der Durchsetzung neuer und neuester Trends. Doch wo in den letzten Jahren Pionierfreude und Experimentiergeist noch den Gang durch das bunte Labyrinth der Messestände anregte, herrschte heuer vorsichtige und abwartende Zurückhaltung. Die Tendenz zur Absicherung des Erreichten (v.a. der erreichten Preise!) war bestimmend. Auch sonst so experimentierfreudige Galerien setzten auf schon vielbestätigte Pferde wie etwa Maenz (Köln) mit seiner one-man-show von Dokoupil. Mit den eingeflogenen Graffiti-Künstlern aus New York im letzten Jahr, mit den jungen Franzosen im vorletzten scheint der Siegeszug der neuen ‚wilden Trends‘ vorläufig an der Endschlaufe angelangt; so wenn man die ART als ‚getreuen Spiegel und Trendverstärker des Kunstgeschehens‘ (so die Veranstalter) versteht. Aber der Markt hat seine eigenen Gesetze und schließlich wollen die hochgetriebenen Preise auch gehalten werden, während sich vielleicht woanders schon Vielversprechendes entwickelt. Allgemein erwartete man eine verstärkte Präsenz des ‚dreidimensionalen Schaffens‘ (d.h. Skulptur plus die neuen abstrakt-konstruktiven Tendenzen) auf der ART’16, was auch ‚getreu‘ ein Schwergewicht der aktuellen Produktion und Diskussion spiegeln würde. Doch nur wenige wagten die ’speerigen Dinger‘ der…

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