Nachrichtenforum: Museen & Institutionen · von Jürgen Raap · S. 480
Nachrichtenforum: Museen & Institutionen , 2001

WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM
In der Zeit der napoleonischen Besatzung des Rheinlandes 1794-1814 und der damit verbundenen Säkularisierung der Kirchenschätze rettete Ferdinand Franz Wallraf in Köln so manches sakrale Kunstwerk für die Nachwelt. Aus dieser privaten Sammlung entstand 1824 ein Kunstmuseum, für das später der Bankier Richartz ein Gebäude stiftete und das seitdem Wallraf-Richartz-Museum heißt. Es war seit 1986 zusammen mit dem Museum Ludwig und der Philharmonie in einem Gebäudekomplex am Dom untergebracht. 1994 machte das Ehepaar Ludwig der Stadt Köln ein weiteres Stiftungsangebot (u.a. mit einer Picasso-Sammlung) unter der Bedingung, das bisherige „Doppelmuseum“ ganz der Kunst des 20. und 21. Jahrhundert zu widmen. So ließ die Stadt den Architekten Prof. Oswald M. Ungers am Gürzenich einen Neubau errichten. Er ist für das Wallraf-Richartz-Museum mit seinen Kunstbeständen bis 1900 reserviert. Das Museum Ludwig verbleibt im bisherigen Gebäude.
Im Januar 2001 konnte das neue Wallraf-Richartz-Museum der Öffentlichkeit übergeben werden. Es hat 63 Mill. Mark gekostet und verfügt über eine Bruttogeschossfläche von 11.000 Quadratmetern. Die Nutzfläche liegt bei 8.000 Quadratmetern. Drei Säle mit insgesamt 2.700 qm sind für die ständige Ausstellung vorgesehen. Im Untergeschoss stehen zusätzlich 900 qm für Wechselausstellungen zur Verfügung. Ab Herbst 2001 wird in der 5. Etage auch die Sammlung Corboud mit Werken des Impressionismus und Postimpressionismus öffentlich zugänglich sein.
Nach anfänglicher Kritik an der rational-kubischen Architektur („Plattenbau“) findet der Bau nun auch bei der kunstinteressierten Bevölkerung weitgehend Zustimmung. Nun steht noch die städtebauliche Gestaltung des Vorplatzes zum Rathaus hin auf der Tagesordnung. Plänen, dort ein Jüdisches Museum zu errichten, erteilte…

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