Ausstellungen: Berlin , 2009

Ronald Berg

Museumsbauhütte

»Zwölf künstlerische Museen und Museumsentwürfe«

Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 22.11.2008 – 23.3.2009

Michael Fehr steht dem Museum ziemlich kritisch gegenüber. Nicht dem Museum als solchem, aber der Institution, wie sie sich heute darstellt. Das Museum sei über sich selbst zu wenig aufgeklärt, seine Arbeit zu wenig selbstreflexiv. Die von Fehr kuratierte Ausstellung „Museumsbauhütte“ will dem jetzt abhelfen und liefert museale Alternativentwürfe. Fehr war übrigens selbst einmal Museumsdirektor. Bis 2005 leitete er das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen. Jetzt ist er Professor an der Universität der Künste Berlin (UdK) und betreibt dort Künstlerweiterbildung. Neun der zwölf beteiligten Künstler der jetzt im Werkbundarchiv in Berlin eingerichteten „Museumsbauhütte“ entstammen Fehrs Institut „Kunst im Kontext“ an der UdK.

Das 1973 gegründete Werkbundarchiv, das mit dem Deutschen Werkbund institutionell nichts zu tun hat, führt seit zehn Jahren den Zusatz „Museum der Dinge“ im Namen und versteht sich als „ein Museum der Sachkultur des 20. und 21.Jahrhunderts“. Insofern hat es thematisch natürlich sehr viel mit dem Deutschen Werkbund zu tun. Dessen Anliegen galt nichts geringerem als der Veredlung des Lebens „vom Sofakissen bis zum Städtebau“. Das Museum der Dinge versucht in die gleiche Richtung zu wirken: geschmacksbildend, aufklärerisch und kritisch.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge präsentiert sich heute in einem Kreuzberger Hinterhof mit seiner Schausammlung zur industriellen Alltagskultur als offenes Depot. Arrangement und Rearrangement der tausend Dinge erzählen etwa vom „Kampf der Dinge“ zwischen Gut und Böse, zwischen der vom Werkbund propagierten „Guten Form“ und dem scheinbar unbesiegbaren Kitsch der Alltagswelt.

Für Wechselausstellungen hat das Museum der…

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