nächster
Artikel
Nachrichtenforum · S. 10 - 37
Nachrichtenforum , 2018

Nachrichten

Museen

Bei der Kasseler Documenta 2917 bildete die Arbeit Demos des griechischen Künstlers Andreas Angelidakis die Plattform für das öffentliche Veranstaltungsprogramm unter dem Titel „The Parliament of Bodies.“ Sie besteht aus 74 gepolsterten Modulen in Betonoptik, die flexibel genutzt werden können. Der Förderverein Gesellschaft für Moderne Kunst in Dresden e. V. erwarb nun dieses Werk und stellt es dem Dresdner Albertinum als Dauerleihgabe zur Verfügung. Die Installation ist jetzt langfristig im Lichthof des Albertinuns als Forum zu benutzen. Der Titel bezieht sich auf den altgriechischen Begriff für „das Volk eines Staates“.

Erika Hoffmann-Koenige schenkte den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Sammlung Erika und Rolf Hoffmann mit rund 1.200 Arbeiten von der Zeit um 1910 bis in die Gegenwart. Mit Beispielen aus der Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur, Installation, Film- und Videokunst sind u. a. Jean-Michel Basquiat, Monica Bonvicini, Marcel Broodthaers,Tracey Emin, Isa Genzken, Bruce Nauman, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Pipilotti Rist, Thomas Ruff, Anri Sala, Frank Stella, Hiroshi Sugimoto, Wolfgang Tillmans oder Andy Warhol in der Sammlung vertreten. Das Sammlerehepaar Hoffmann war in Mönchengladbach und Köln eng mit den Kunszenen im Rheinland verbunden. Seit 1997 ist die Sammlung in Berlin in den Sophie Gips-Höfen untergebracht. In den nächsten fünf Jahren soll sie in Dresden ihren endgültigen Standort finden und allen 15 Museen dort die Möglichkeit bieten, mit dem Konvolut zu arbeiten.

Ihr hundertjähriges Bestehen feiert die Kunsthalle Bern in diesen Wochen. Jubel gab es nicht immer: „vor einem halben Jahrhundert“ kippten Berner Bauern Mist vor den Eingang, „weil ihnen die Einrichtung missfiel … Die Kunsthalle Bern wirkt nicht wie eine weiße Zelle (Brian O’Doherty), auch wenn ihre grauen Außenmauern verbunkernd wirken …“ „Die Zelle“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung; bis zum 06. Mai 2018 versammelt sie „Werke mit einer Neigung zum Möbel. Es sind weniger Möbel, die Wohnungen möblieren, als Möbel, die ihren Auftrag verloren haben und nur noch für weiße Zellen zu gebrauchen sind …“

Das 1930 vollendete BERLINER PERGAMONMUSEUM erfährt seit 2013 eine Grundsanierung „und wird in einen funktionalen Museumsbau nach modernen Standards verwandelt.“ Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung, sagt dazu: „Wir wissen, dass wir den Besuchern der Museumsinsel während der Sanierung des Pergamonmuseums vieles zumuten müssen. Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir dennoch die zentralen Themen des Weltkulturerbes weiter präsent halten.“ Deswegen errichtet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz errichtet derzeit einen temporären Ausstellungsbau. „Pergamonmuseum. Das Panorama“ entsteht gegenüber der Berliner Museumsinsel zwischen Kupfergraben und der S-Bahntrasse. Das Projekt soll „kurz vor Ostern 2018“ eröffnet werden. Mit der Gestaltung wurde der Künstler Yadegar Asisi beauftragt. Zu besichtigen sind Originalteile des Pergamonaltars sowie eine Videoinstallation zum Pergamonaltar.

1843 gründete sich in Kiel der Schleswig-Holsteinische Kunstverein, um in der Region „Kunst-Sinn und Kunst-Kenntnis … zu verbreiten“; er besteht nun seit 175 Jahren. Seinen Sitz hat er in der Kunsthalle Kiel, die 1909 in Betrieb genommen wurde. Bis zum 2. September 2018 ist dort eine Pipilotti-Rist-Ausstellung zu sehen und bis zum 13. Januar 2019 die Ausstellung „globalocal – Sammlungspräsentation mit den Gästen Cao Fei, Hiwa K und Mika Rottenberg.

Mit dem Gründungsdatum 1912/1913 ist die Kunsthalle Wilhelmshaven die älteste Kulturinstitution der Stadt. Ihr jetziges Gebäude bekam sie 1968, und mit diesem begehen die Wilhelmshavener Bürger nun das 50jährige Bestehen. Die Jubiläumsausstellung läuft bis zum 17. Juni 2018 und versammelt unter dem Titel Wendepunkte: Das Jahr 1968. Positionen deutscher Kunst – und was aus ihnen wurde elf künstlerische Positionen: Ulrich Behl, Uwe Bremer, Klaus Fußmann, Ulrich Mack, Friedrich Meckseper, Peter Nagel, Waldemar Otto, Rolf Rose, Fred Thieler und Timm Ulrichs.

Die Kunststiftung am Museum Ludwig Köln feiert in diesen Wochen ihr zehnjähriges Jubiläum: 2008 nahmen die Sammler Anna Friebe-Reininghaus und Ulrich Reininghaus die erste Schenkung an Kunststiftung vor und überließen dem Museum Ludwig 180 Editionen und Grafiken des Künstlers Sigmar Polke. Zum jetzigen Jubiläum schenkten sie der Kunststiftung die komplette Druckgrafik von Blinky Palermo (1943 – 77), die sie über viele Jahre gesammelt haben. Die 37 teilweise mehrteiligen Arbeiten, die der Beuys Schüler Palermo von 1966 bis 1976 realisierte, werden Anfang 2020 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Förderer zeitgenössischer Kunst feiert die österreichische Generali Foundation in diesem Jahr ihr 30jähriges Jubiläum. Die Stiftung wurde 1988 als gemeinnütziger Kunstverein gegründet; ihre Sammlung umfasst heute 2.100 Werke von 250 Künstlern. Aus Anlass des Gründungsjubiläums präsentiert das Museum der Moderne Salzburg im Jahr 2018 eine Reihe von Ausstellungen. In deren Zentrum steht diese Sammlung, die 2014 als Dauerleihgabe an das Museum der Moderne Salzburg verlagert wurde.

Die Stiftung Arp e.V. hat eine Online-Datenbank zum skulpturalen Werk von Hans Arp ins Netz gestellt. Die Datenbank fußt auf der von Arie Hartog herausgegebenen und von Kai Fischer bearbeiteten Publikation „Hans Arp Skulpturen. Eine Bestandsaufnahme“ (Stuttgart 2012). Sie umfasst alle Daten dieses Verzeichnisses sowie zwischenzeitlich eingegangene Ergänzungen und wird ständig aktualisiert. www.stiftungarp.de/service/datenbank

Kulturpolitik

Das Studierendenparlament und der AStA der Hochschule der Alice Salomon Hochschule in Berlin setzten die Übermalung des Gedichts „Avenidas“ von Eugen Gomringer an der Fassade durch; sie empfinden eine Textzeile als „sexistisch“. Das löste bei vielen Vertretern der Prominenz in Politik und Kultur Empörung aus. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht in der Maßnahme ein „weiteres Beispiel für eine Einschränkung der Kunst“ und einen „erschreckenden Akt der Kunstverachtung“. Auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) meint: „Ich halte den Vorwurf des Sexismus gegen den Dichter Eugen Gomringer für absurd.“ Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat) fand ebenfalls klare Worte: „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass eine Hochschule, die selbst Nutznießer der Kunst- und Wissenschaftsfreiheit ist, dieses Recht dermaßen mit Füßen tritt.“ Dichter Gomringer kündigte an, sich rechtliche Schritte vorzubehalten. Die Hochschulleitung verteidigte die Entscheidung u.a. mit der Begründung, die Fassadenbemalung sei „nicht für die Ewigkeit“ gedacht, spätestens bei einer notwendigen Renovierung hätte sich ohnehin die Frage nach einer Neugestaltung ergeben. Jedenfalls soll ab Herbst 2018 nun ein Gedicht der Lyrikerin Barbara Köhler an der Fassade angebracht werden. In Eugen Gromringers Heimatort, der oberfränkischen Stadt Rehau im Landkreis Hof beschloss derweil der Stadtart mit 19:2 Stimmen, das in Berlin unerwünschte Gedicht stattdessen großformatig auf der Fassade des städtischen Museums anbringen zu lassen.

„Den Kulturhaushalt des Bundes wird die Koalition auf hohem Niveau weiterentwickeln. Kultur ist keine Subvention, sondern eine Investition in unsere Zukunft“, heißt es im neuen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD. Die Rede ist auch von einem „kooperativen Kulturföderalismus“. Das bedeutet – ähnlich wie in der Bildungspolitik, die bislang ausschließlich in der Hoheit der Länder lag und daher dem Bund nur in sehr begrenztem Maße Förderungen erlaubte – ein besseres Zusammenwirken von Bund und Ländern bei der finanziellen Planung von Kulturvorhaben. Gedacht ist bislang zwar nur an einen verbesserten Austausch zwischen den Institutionen und zwischen den Stiftungen von Bund, Ländern und Kommunen. Wünschenswert ist aus Sicht mancher Vertreter der Kulturszene aber auch ein konsequenter Abbau der juristischen und politischen Hemmnisse, bei der Projektplanung gleichzeitig Gelder aus Bundes- und Landesmitteln beantragen zu können. Monika Grütters, Kulturstaatsministerin im Kanzleramt, konnte als Mitglied der CDU-Verhandlungsdelegation in den Koalitionsvertrag Formulierungen einbringen, die den Bund kulturpolitisch stärker in die Pflicht nehmen sollen: zwar schreibt das Grundgesetz einen Föderalismus fest, dessen Aufteilung von Hoheitsrechten den Bund in Sachen Kulturförderung nur bei Vorhaben von nationaler Bedeutung beschränkt, doch diese Bedeutung nimmt derzeit mehr und mehr zu – die Finanzierung künftiger Documenta-Ausstellungen durch mehr Gelder aus Bundesmitteln wird nicht die einzige Forderung bleiben, die aus der Kulturszene erhoben wird. Das Staatsministerium für Kultur im Kanzleramt wurde übrigens vor exakt 20 Jahren eingerichtet.

Das Museum für Gegenwartskunst (MAC) in Lyon entfernte nach Protesten von Tierschützern das Video „Printemps“ (2013) des französisch-algerischen Künstlers Adel Abdessemed aus dessen Ausstellung. Museumsdirektor Thierry Raspail erklärte dazu, der Künstler selbst habe die Entfernung veranlasst, damit wieder mehr „die Kunst im Focus“ stünde. In dem Video sind brennende Hühner zu sehen. Die Museumsleitung stellte klar, dass die Aufnahmen entstanden nicht durch Tierquälerei entstanden, sondern durch Spezialeffekte, und der Künstler habe denselben Effekt in einem anderen Video schon einmal an sich selbst ausprobiert und sich in Flammen dargestellt. Das Musuem empfindet daher die Proteste in den sozialen Medien als „unfair“: „Statt die eigentlichen Bedingungen der Realisierung des Videos zu verbreiten, sind die sozialen Medien und dann die Presse außer sich auf Grund von unvollständigen, tatsächlich irreführenden Informationen.“ www.mac-lyon.com

Jonathan Cohen, in der New Yorker Graffiti-Szene als Meres One bekannt, klagte zusammen mit 20 anderen Künstlern gegen den Immobilienbesitzer Jerry Wolkoff, weil dieser die Graffities an einem ehemaligen Lagerhauskomplex im Jahr 2013 weiß übertünchen ließ. Jahrelang hatte Wolkoff die Graffiti-Sprayer toleriert. Das Gelände „5Pointz“ wurde solchermaßen zu einem viel beachteten Open Air-Graffitizentrum. Doch als er den Komplex abreißen lassen wollte, um dort ein Hochhaus mit Luxuswohnungen zu errichten, endete die Harmonie zwischen Sprayern und dem Grundstückeigentümer durch die Übermalung. Im Rechtsstreit befand eine Jury, Wolkoff habe damit gegen den Visual Artists Rights Act (V.A.R.A.) verstoßen, das öffentlich sichtbare Kunst auch auf privatem Grund („on someone’s else property“) schützt. Der Richter sprach den Künstlern einen Schadenersatz von 6,7 Mill. Dollar zu. Für die USA ist das Urteil wegweisend. In Europa hingegen regelt das Urheberrecht lediglich ein „Entstellungsverbot“: der Käufer eines Kunstwerks darf dieses nicht eigenmächtig verändern, weil dies ein Verstoß gegen das geistige Eigentum des Künstlers wäre. Gleichwohl dürfte er aber als materieller Eigentümer das Werk vernichten. Unerwünschte Kunst an privaten Fassaden fällt in Deutschland nur dann unter den Straftatbestand der Sachbeschädigung, wenn eine „Substanzverletzung“ vorliegt, d.h. wenn das Grafitti nicht problemlos entfernt werden kann. Im Jahr 2002 wollte der Bundesrat diese Bestimmung zugunsten der Hauseigentümer verschärfen, doch die Grünen blockierten eine Gesetzesänderung.

Eine Spendenaktion soll den Ankauf des Documenta-Obelisken von Olu Oguibe durch die Stadt Kassel ermöglichen: Bis Ende April 2018 sollen 600.000 Euro zusammengekommen sein – das ist der Preis, den der Künstler fordert. Doch das Sponsoring lief schleppend an: denn drei Wochen nach Beginn der Aktion waren erst 50.000 Euro durch eine Stiftung und weitere 35.000 Euro von verschiedenen Einzelspendern zusammen gekommen. Kulturdezernentin Susanne Völker vertraute der HNA-Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen an, sie wolle „selbst eine geringe Spendenbereitschaft nicht als ein Votum der Bevölkerung gegen den Obelisken verstanden wissen – selbst wenn die Summe am Ende erheblich von Oguibes Forderung abweichen sollte.“ Auf der Kommentarseite der Zeitung zum Interview mit der Politikerin überwiegen die kritischen Stimmen. Ein Leser rechnet vor: „Wieviel sinnvolle Dinge können mit 500.000 Euro zur Wohltat der Menschen beitragen! Es können Alte und Hilfsbedürftige unterstützt werden. Kindergärten und Schulen!“ Ins gleiche Horn stößt ein weiterer Kommentar mit der Forderung, der Künstler solle doch lieber „die über eine halbe Million der geforderten Gelder für Flüchtlingshilfen“ spenden. Ein weiterer Leser beteiligt sich an der Diskussion mit einem im Falle des Künstlers Oguibe allerdings reichlich abwegigen Argument: „Obelisken neu zu bauen bestätigt die räuberische Praxis der Kolonialmächte. .

Inés de Castro, Leiterin des Stuttgarter Linden-Museums, war Wunschkandidatin des Stiftungsrates für die Sammlungsleitung im Berliner Schloss. Ab 2019 sollte sie im Humboldtforum eigentlich die Verantwortung für die Sammlungen der Stiftung übernehmen und zugleich Chefin des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst werden. Die Museumsmanagerin und Ethnologin sagte jedoch ab; Gründe wurden nicht genannt. Insider des Kulturbetriebs bewerten die verwaltungstechnische Konstruktion des Postens als unglücklich: es sei bei diesem Zuschnitt der Aufgaben nicht eindeutig geklärt, ob de Castro dann weisungsgebende Direktorin oder weisungsgebundene Sammlungsleiterin gewesen wäre, wie auch die „Berliner Zeitung“ monierte. Wer immer die Sammlung leitet, ist letztlich dem Intendanten untergeordnet. Das Land Berlin indessen hat bereits erklärt, sich nicht einer gemeinsamen Intendanz unterordnen zu wollen; es führt seine stadtgeschichtliche Präsentation im Humboldtforum in Eigenregie durch und favorisiert für den Ausstellungsbetrieb des Humboldtforums generell ein „Kooperationsmodell“ zwischen verschiedenen Trägern, während Kulturstaatsministerin Monika Grütters sich einen übergeordneten Intendanten wünscht, der alles „aus einem Guss“ regelt. Weitere Macht- und finanzielle Verteilungskämpfe zwischen Bund, Land Berlin und diversen Institutionen sind mithin vorprogrammtiert. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages listet zu den „Rechtsverhältnissen im Berliner Schloss“ höchst unterschiedliche Nutzer auf: „neben der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität zu Berlin und ein vom Land Berlin benannter Nutzer“.

1916 malte Claude Monet das Bild „Seerosen – Spiegelung eines Weidenbaums“, das der japanische Kunstsammler Kojiro Matsukata vermutlich 1921 direkt aus Monets Atelier kaufte. Während des Zweiten Weltkriegs gelangten 400 Gemälde aus seiner Sammlung nach Paris, um sie dort vor Beschädigungen zu schützen. Doch nach dem Krieg beschlagnahmte die französische Regierung die Werke und gab dann 1959 den größten Teil an Japan zurück. Wie die „Salzburger Nachrichten“ meldeten, wurde das Seerosenbild erst 2016 im Louvre entdeckt und kürzlich an das Nationalmuseum für Westliche Kunst in Tokyo restituiert. Es muss jetzt gründlich restauriert werden und kann daher erst 2019 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Hochschulen

Mit einer neuen Gastprofessur fördert die Peter und Irene Ludwig Stiftung die Ausbildung und den internationalen Austausch an der Kunsthochschule Budapest. Die Förderung ist zunächst auf fünf Jahre konzipiert und soll „die internationalen Verbindungen der Ungarischen Universität der Bildenden Künste zu erweitern, die Kenntnisse über Entwicklungen und Tendenzen der globalen Gegenwartskunst zu stärken und damit einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung der Studierenden zu leisten“. Erster Gastprofessor ist der Fotokünstler Tobias Zielony, der Deutschland 2015 auf der Biennale von Venedig vertrat.

Der Jurist Hinnerk Gölnitz wurde einstimmig zum neuen Kanzler in die Leitung der kunsthochschule berlin-weißensee gewählt und tritt die Stelle zum 1. September 2018 an. Am 1. Januar 2019 lost er die langjährige Kanzlerin der Kunsthochschule, Silvia Durin, ab.

Das Institut für Medienrecht an der WWU-Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und die Kunstakademie Münster kooperieren bei einer Rechtsberatung für Studenten, genannt „Art Law Clinic“. Für die Kunststudenten wurde das Beratungsprogramm um Kunstrecht erweitert. Jurastudenten in höheren Semestern beraten ihre Kommilitonen aus dem Kunstbereich über Rechtsfragen Auf der einen Seite wird im Internet hemmungslos kopiert, hoch- und herunter geladen, geteilt und gepostet, auf der anderen Seite sind die Urheber gegenüber einer unerlaubten Werknutzung stärker sensibilisiert als früher: „Das kann schnell extrem hohe Schadensersatzforderungen mit sich bringen“, erklärt dazu Thomas Hoeren, der auch als Dozent an der Kunstakademie Münster tätig ist. Die Initiatoren erhoffen sich durch die Kooperation auch, dass nicht nur die Künstler berufskundlich notwendige Kenntnisse in Rechtsfragen erlangen, sondern dass gleichzeitig die angehenden Juristen auch mehr Interesse und Verständnis für die Kunst entwickeln.

Die Universität Osnabrück will ihre „Wettbewerbsfähigkeit verbessern“, und dies unternimmt sie ausgerechnet mit einer Maßnahme, ab 2023/24 das Lehrangebot in Kunstgeschichte einzustellen. Die drei Professuren werden nach dem Ausscheiden der jetzigen Lehrstuhlinhaber nicht mehr neu besetzt. Letztmalig erfolgt eine Aufnahme von Bachelor-Studenten zum kommenden Wintersemester 2018/19 und für Masterstudenten zum Wintersemester 2021/22. Im Präsidium der Universität hofft man, den Verlust durch Fächer wie Kunst und Kunstpädagogik zu kompensieren.

Gabi Schillig ist ab dem jetzigen Sommersemester 2018 neue Professorin für Raumbezogenes Entwerfen und Ausstellungsgestaltung an der Universität der Künste Berlin. Dorthin wechselte sie aus Düsseldorf, wo sie an der Hochschule im Fachbereich Design tätig war. „In ihren Arbeiten und in der Lehre verfolgt Gabi Schillig zeitgenössische und zukunftsorientierte architektonische und gestalterische Ansätze, die von der Räumlichkeit sozialer und physischer Prozesse ausgehen.

Biennalen

Gabi Ngcobo ist Kuratorin der 10. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (09.06. – 09.09.2018). Zu ihrem Team gehören Nomaduma Rosa Masilela, Yvette Mutumba, Thiago de Paula Souza und Moses Serubiri. In einer Selbstdarstellung der Veranstalter heißt es: „Die Berlin Biennale hat sich als eine Art ‚open space‘ bewährt, der Experimente ermöglicht, Trends beleuchtet und kritisch hinterfragt. Gerade die innovative Qualität eines ‚Kunstlabors‘, das die jüngsten Entwicklungen in der Kunst zur Diskussion stellt, soll weiter ausgebaut werden, um insbesondere jüngeren KünstlerInnen die Möglichkeit zu einem Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit zu geben.“ Auch 22 nach ihrer Gründung folgt die Berlin Biennale immer noch dem Prinzip, „neuen, noch wenig etablierten Positionen der jüngeren Kunst ein Podium zu bieten.“ Nun sind auch die Austragungsorte bekanntgegeben: die Akademie der Künste am Hanseatenweg, KW Institute for Contemporary Art, Volksbühne Pavillon und ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik. In Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer finden im HAU2 zwei Performances statt.

Die erste RIBOCA-Riga Biennal of Contemporary Art wird vom 02.07. – 28.10.2018 ausgerichtet. Initiator ist die Riga Biennal Foundation; sie hat als Chefkuratorin Katerina Gregos berufen und als Assistenzkuratorinnen Solvej Helweg Ovesen und Ioli Tzanetaki. Geschäftsführerin ist Anastasia Blokhina. Der Fokus liegt auf Kunst aus Europa mit besonderem regionalem Schwerpunkt der baltischen Staaten. Die eingeladenen Künstler treten mit ihren Projekten in einen Dialog mit dem historischen sowie sozio-politischen Kontext der Stadt und ihrer Umgebung ein. Lettland setzte in einem Krieg mit dem nachrevolutionären Russland 1918 – 1020 seine Unabhängigkeit durch, und im Zuge dessen gründete man 1919 in Riga auch eine eigene Kunstakademie, deren Lehrprogramm seit den 1990 einen Mittelweg zwischen einer traditionellen handwerklichen Ausrichtung und einer Auseinandersetzung mit Einflüssen westlicher Kunst aufweist. Wiewohl der Begründer der Fluxus-Bewegung George Macunias im benachbarten Litauen seine Wurzeln hatte, blieben viele baltische Künstler im internationalen Kunstbetrieb unentdeckt, so dass die RIBOCA auch und vor allem die Aufgabe hat, der zeitgenössischen Kunst in der Region mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Bergen Assembly ist ein fortlaufend angelegtes „Modell für künstlerische Produktion und Forschung, das sich auf öffentliche Veranstaltungen konzentriert, die alle drei Jahre in der Stadt Bergen stattfinden.“ Im Alltag unserer übersättigten Informationskultur, „in der die Aufmerksamkeit zunehmend unter Druck gerät“, gelte es, mit Bergen Assembly „ein Modell für eine Verlangsamung“, zu entwickeln, „um alternative Zeitrahmen und relationale Ökonomien zu ermöglichen.“ Für die dritte Ausgabe wurden Iris Dressler und Hans D. Christ, Leiter des Württembergischen Kunstvereins in Stuttgart, als Organisatoren berufen. „Unter dem Arbeitstitel Bergen Assemblies 2017 – 2019 konzipieren sie diese Ausgabe als ein offenes, kollektives und dezentrales Projekt, das zwischen 2017 und 2019 in verschiedenen Dichten operiert und erscheint.

Die Dresdner Ostrale-Biennale ist für den 28.06. – 29.09.2019 angekündigt, doch derzeit streitet sich die Initiative mit der städtischen Gesellschaft STESAD um die Räumung des bisherigen Standorts im Ostragehege, einer Auenlandschaft an der Elbe. Dort befindet sich auch der ehemalige Schlachthof mit Futterställen; seit 1999 dient das Gelände als Messe- und Ausstellungsareal. Auch die Ostrale-Ausstellung mit zeitgenössischer fand bislang hier regelmäßig statt. Doch die ehemaligen Futterställe sind inzwischen marode; eine Sanierung würde nach Kalkulationen der STESAD 13,5 Mill. Euro kosten. Ein künftige Nutzung der Futterställe für die Ostrale sei ausgeschlossen, teilten die Stadtoberen dem Trägerverein mit. 2019 könnte die Ausstellung auf das Messegelände ausweichen, nach aktueller Lage aber nur bis zum 31.08.2019 zu Kosten für Miete und Technik, die „nach Einschätzung“ des Ostrale-Vereins aber „deutlich höher als bisher“ sein würden. Später könnten das Ostrale-Team mit der Leiterin Andrea Hilger dann alle zwei Jahre den „Schweinedom“ für jeweils vier Monate auf dem Ostragehege anmieten, der allerdings bedeutend kleiner sei als die Futterställe. Mangels Planbarkeit“ sehen nicht nur Andrea Hilger und ihr Verein, sondern auch potenzielle Sponsoren die Veranstaltung „als gefährdet“ an. Der Streit verschärfte sich, als die Ostrale-Organisatoren ankündigten, sie würden dem Stadtratsbeschluss zur Räumung „nicht nachkommen“ und „auch nicht vom Verein an den Futterställen Geschaffenes abreißen“.

Als künstlerische Direktorin der Biennale von Sydney (16.03. – 18.06.2018) verantwortet Mami Kataoka ein dreimonatiges Programm, zu dem rund 70 Künstler eingeladen sind. Ihre Beiträge zum Biennale-Thema „SUPERPOSITION: Equilibrium & Engagement“ sind auf sieben lokale Museen, Galerien und non-etablierte Kunstorte aufgeteilt. Das sind das Museum of Modern Art Australia, die Oper von Sydney, das 4A Center for Contemporary Asian Art, die Art Gallery of NSW, Art Space, Carriage Works und Cockatoo Island. Viele der künstlerischen Beiträge reflektieren die eigene Biografie und ihren Migrationshintergrund und sind das Resultat eines globalkünstlerischen Engagements.

„Songs of Sabotage“ lautet das Thema der New Museum Triennale in der Bowery von New York, die dort noch bis zum 27.05.2018 läuft. Hier zeigen etwa 30 Künstler aus 19 Ländern Mixed-mediale Werke. Sie beschäftigen sich in der Auseinandersetzung mit neuen und tradierten Medien und wollten dabei die „Systeme enthüllen“, mit deren Hilfe in unserer Alltagswirklichkeit „Bilder und Wahrheiten“ konstruiert werden. Die Ausstellung versteht sich als „Aufruf zum Handeln“, d. h. zum aktiven Einmischen in „politische und soziale Strukturen“, die ein solches Engagement „dringend benötigen“.

Dr. Brigitte Franzen ist Kuratorin der Triennale für Kleinplastik in Fellbach 2019. Die Triennale wird nicht als Wettbewerb ausgeschrieben, und es gibt daher auch keine Jury, sondern die Einladung der teilnehmenden Künstler obliegt allein der Kuratorin. Franzen ist Vorstand der Peter und Irene Ludwig Stiftung. Von 2009 bis 2015 war sie Direktorin des Ludwig Forums für Internationale Kunst in Aachen. Von 2005 bis 2008 arbeitete sie als Kuratorin für Gegenwartskunst am Westfälischen Landesmuseum und war Kuratorin der Skulptur Projekte Münster 2007.

Die Architekturbiennale von Venedig (26.05. – 25.11.2018) und die dortige Kunstbiennale lösen sich alljährlich einander ab. 2018 sind Yvonne Farrell und Shelley McNamara die Kuratorinnen. Bei ihrer Berufung erklärte der Biennale-Präsident Paolo Barrata, Architektur sei „eines der Hauptinstrumente der Zivilgesellschaft“, um den Raum, in welchem diese Gesellschaft lebe und arbeite, „zu organisieren“. Der Vorgänger-Veranstaltung 2016 hatte Hanno Rauterberg in „Die ZEIT“ bescheinigt: „In Venedig wird aus Architektur Sozialkunst“. 2018 lautet das Thema hingegen „Freespace“, und auf ist dazu nachzulesen: „Auch wenn die weltpolitische Lage noch unsicherer geworden zu sein scheint, bemühen sich die beiden Architektinnen im Gegensatz zu Alejandro Aravenas kriegerischem Thema von 2016 um eine optimistische Grundhaltung: Freespace, so sagen sie, steht u.a. für den „Sinn für Menschlichkeit als Kern der architektonischen Agenda“.

Die Stiftung Pro Helvetia hat Charlotte Laubard zur Kuratorin für den Schweizer Pavillon auf der Biennale von Venedig 2019 berufen Die Genfer Kunsthistorikerin kombiniert bei ihren Projekten künstlerische, historische und interdisziplinäre Aspekte. Laubard ist Professorin und Leiterin des Departements für Visuelle Künste an der Genfer Hochschule für Kunst und Design (HEAD).

Messen

Vom 19. bis zum 22.04.2018 wird mit der Art Cologne die weltweit älteste Kunstmesse zum 52. Mal ausgerichtet. Zugelassen sind rund 200 Galerien, die in die Sektoren „Galerien“ mit Klassischer Moderne, Nachkriegskunst und Gegenwartskunst sowie „Neumarkt“ mit der „neuesten Generation von Galerien“ und „Collaborations“ mit 22 kuratierten Projekten aufgeteilt sind. Mit der Abteilung „Neumarkt“ öffnet sich die Art Cologne der jüngeren Generation. Um „jede Form“ der Zusammenarbeit geht es in der Sektion „Collaboration“. Hier trifft man auch auf eine Präsentation der Wolfgang-Hahn-Preisträgerin Haegue Yang (Galerie Barbara Wien & Wien Verlag), die eine Retrospektive im Rahmen der ART COLOGNE im Museum Ludwig Köln hat. Seit 1980 gibt es auf der Art Cologne Förderkojen für junge Künstler; das Programm heißt heute „New Positions”. Es bietet den Teilnehmern „die Möglichkeit, ihre Werke auf einer 25 Quadratmeter großen Sonderfläche neben den Ständen ihrer Galerien zu präsentieren. Das Entrée an der Südseite des Messegeländes darf in diesem Jahr die Berliner Künstlerin Zuzanna Czebatul eine großflächige Bodenarbeit „Higher Than The Sun“ in Form eines Teppichs inszenieren. Ihre Bodeninstallation spielt auf die Casinos in Las Vegas an und ist mit Reizwörtern wie „Cash“, „Speed“, „Now“ oder „Mega“ versehen.

Rund 200 Galerien nehmen auf Randall’s Island an der Frieze New York teil (04. – 07.05.2018). Im vergangenen Jahr waren auch erstmals Galerien mit Keramik-Kunst zugelassen. Konkurrenz bzw. Wettbewerb belebt das Geschäft: die mit den Jahren etwas schwerfällig gewordene The Armory Show, die immer im März stattfindet, wurde zuletzt deutlich aufgefrischt. Doch die Frieze Art kann Platzhirsche wie David Zwirner, Hauser & Wirth oder die Castelli Gallery auf ihrer Teilnehmerliste notieren, und eine Stärkung des Kunsthandelsplatzes New York bedeutet der jährliche Messeauftritt der Londoner Frieze-Macher allemal. Die Bedeutung des Standorts New York für den internationalen Kunstmarkt ergibt sich u. a. schon allein dadurch, dass unter den 200 weltweit wichtigsten Sammlern, die auflistet, knapp 40 ihren Sitz oder zumindest eine Dependance in der Stadt am Hudson River haben.

Die Art Paris Art Fair (05. – 08.04.2018) feiert 20 Jahre Jubiläum und hat in diesem Jahr die Schweiz als Ehrengast. Die Messen ist „offen für alle Gestaltungsformen von Video bis Design“. Mit 142 Galerien aus 23 Ländern „reicht das Spektrum der Aussteller von europäischer Nachkriegskunst bis heute, mit besonderem Blick auf die französische Kunstszene sowie auf die Schweiz“, aber auch auf außer-europäische Kunstszenen. Spezialsektoren sind „Solo Shows“ mit monografischen Ausstellungen und „Promesses“ mit junger Kunst. „Ist Brüssel das neue Berlin?” lautet in einem Pressebulletin die Frage ebenso selbstbewusst wie provokant. Jedenfalls wird die Art Brussels (19. – 22.04.2018) mittlerweile auch von zahlreichen Nebenmessen begleitet: an der letztjährigen Independent Brussels nahmen im vergangenen Jahr Galerien-Schwergewichte wie David Zwirner und Sprüth Magers teil, und mit etwa 35 Teilnehmern hatte 2017 auch die Yia Art Fair (Young International Artists) mittlerweile einen Ableger in der EU-Kapitale etabliert. Nur die Affordable Art Fair (15. – 18.03.2018) schert aus dem Terminkalender aus – sie findet nämlich bereits einen Monat vorher statt. Mit Poppositions (18. – 22.04.2018) als Messe für Künstlerinitiativen und OFF Course Young Contemporary Art für Künstler unter 40 Jahren haben im zeitlichen Umfeld der Art Brussels weitere Alternativmessen zur Stärkung des Messestandorts beigetragen – ob und wie lange diese Nebenmessen alle durchhalten, muss man freilich abwarten. Jedenfalls haben Galerien, die nicht zur Art Cologne wollen oder dort nicht zugelassen werden, mit den zeitgleich stattfindenden Brüsseler Messen eine Alternative. Sogar der Berliner „Tagesspiegel“ bescheinigt der brabantischen Metropole, ein „europäisches Zentrum für Gegenwartskunst“ zu sein und zitiert einen Galeristen, Belgien sei das Land „mit der größten Sammlerdichte seit Generationen“, und auch für Künstler seien die Ateliermieten in Brüssel „günstiger als in Berlin“.

Parallel zum New York-Auftritt der Londoner Frieze-Messe richtet auch die in Maastricht beheimatete TEFAF ihre Filialveranstaltung TEFAF New York Spring aus (04. – 08.05.2018). Austragungsort ist das Gebäude Park Avenue Armory, ein historisches Arsenalgebäude, das sonst von einer Non-Profit-Organisation bespielt wird. Ein wessentlicher Schwerpunkt dieser Frühjahrsmesse liegt hier vor allem auf Kunst und Design seit der Epoche der Moderne.

Die paper positions berlin findet in diesem Frühjahr zum zweiten Mal statt, und zwar im Lichthof des ehemaligen Telegraphenamtes in der Jägerstraße in Berlin-Mitte. Sie wird vom 26. bis zum 29.04.2018 parallel zum Berliner Galerienwochenende veranstaltet. Ca. 40 Galerien stellen Positionen aus zeitgenössischer und moderner Kunst mit Fokus auf dem Material Papier vor. Zu sehen sind Zeichnungen, Collagen, Scherenschnitte, Texte, Fotografien, Künstlerbücher und Objekte. Der Hallenplan folgt der Idee eines offenen Ausstellungsformats, indem die Messe auf klassische Kojen verzichtet. Damit wird der Charakter einer großen Gruppenausstellung unterstrichen.

Photo London umfasst eine Teilnehmerliste von ca. 90 Galerien aus 16 Ländern (17. – 20.05.2018). Ein „Discovery Sektor” ist den jungen aufstrebenden Galerien mit Fotokunst gewidmet. Spezielle Ausstellungen, Installationen und Gesprächsrunden sind als „Public Programme” (in dieser Schreibweise und nicht mit dem englischen Plural „programs”) angekündigt. Austragungsort ist Somerset House im Stadtteil Strand. .

Zwar war der erste Messeauftritt der Madrider ARCO im Nachbarland Portugal mit nur 50 Galerien quantitativ eher bescheiden, ökonomisch und strategisch aber notwendig, so dass die ARCO Lisboa nun in diesem Jahr wiederholt wird (17. – 20.05.2018). Schließlich leisten sich auch die anderen großen Trendsetter-Messen wie die Art Basel und die Londoner Frieze Art Fair oder jüngst auch die Art Cologne mit ihrer Berlin-Kooperation Filialveranstaltungen in anderen Städten. www.ifema.es/arcolisboa_06/

An der arteBA Buenos Aires (23. – 26.05. 2018) nehmen etwa 90 Galerien aus 20 Ländern teil. Das Programm reicht von lokalen argentinischen Künstlern über internationale Kunst bis hin zu etablierten Klassikern. Auch hier gibt es verschiedene Sektoren, so etwa eine „Performance Box“ und eine „Insel für Editionen“. Die 13 Mill. Einwohner-Stadt Buenos Aires ist nicht nur Wirtschafts- sondern auch Kulturzentrum von Argentinien: die Stadt verfügt über den umfangreichsten Museumskomplex Lateinamerikas, darunter das MAMBA-Museo de Arte Moderno und das MACBA-Museo de Arte Contemporáneo de Buenos Aires; sie markieren einen wichtigen Standortfaktor für die Durchführung der Messe. www.arteba.org.

Kunstmessen expandieren: die Art Basel führt Filialveranstaltungen in Miami Beach und Hongkong durch, die Art Cologne kooperiert mit Berliner Messemachern, und die 2003 gegründete Frieze Art Fair London hat seit 2014 auch einen Auftritt in New York. Jetzt berichtete ein Blog in den USA, die Frieze-Macher planten für 2019 eine weitere Messe in Los Angeles. Offiziell bestätigt wurde das noch nicht, man könne „noch nicht von konkreten Plänen sprechen“, erklärte ein Frieze-Sprecher dazu.

Galerien

Zum 33-jährigen Bestehen der Züricher Galerie Susanne Kulli haben Max Wechsler und Peter Zimmermann als Herausgeber eine Publikation veröffentlicht: 33 Jahre Galerie Susanna Kulli – Ein Materialbuch. Den Umschlag dazu entwarf Thomas Hirschhorn. Ein eigenes Kapitel ist auch dem „Hirschhorn-Skandal“ von 2004 gewidmet, als Hirschhorns Installation „Swiss-Swiss Democracy“ für Empörung unter den konservativen politischen Kräften im Land sorgte und zu einer drastischen Budgetkürzung für die Stiftung „Pro Helvetia“ führte. Die Galerie wurde in den 1980er Jahren in St. Gallen gegründet, als auch dort eine kulturelle Aufbruchstimmung herrschte; 2004 zog die Susanne Kulli nach Zürich um. Das Programm verbindet etablierte Namen John Armleder, Olivier Mosset, Gerhard Merz oder Gerwald Rockenschaub mit jüngeren künstlerischen Positionen, etwa von Kerim Seiler, Bertold Stallmach, Stéphane Kropf, Vanessa van Obberghen, Michael Noser und Shila Khatami.

Die Porträts von 24 „Presos políticos españoles contemporáneos“ (Politische Gefangene im gegenwärtigen Spanien) sind zwar verpixelt, dennoch sind die inhaftierten katalanischen und baskischen Separatisten und Gewerkschafter zu identifizieren. Doch das war nicht der eigentliche Grund, weshalb diese Fotoserie von Santiago Sierra am Messestand der Galerie Helga de Alvear auf der jüngsten ARCO Madrid abgehangen wurde: laut der Wiener Zeitung „Der Standard“ teilte die Messegesellschaft Ifema dazu mit, „da sich das Medieninteresse bereits so auf die polemische Foto-Serie fokussierte, dass es die Berichterstattung über die Kunstmesse im Allgemeinen beeinträchtigte“, habe man die Galeristin um Abhängung gebeten. Der Künstler Santiago Sierra warf den Messemachern daraufhin „Zensur“ vor und sprach von einem „Klima der Verfolgung“. Auch die linksgerichtete Stadtregierung von Madrid protestierte gegen diese Zensurmaßnahme; die Madrider Bürgermeisterin Manuela Carmena blieb demonstrativ der Eröffnungsfeier fern. Gegenüber „Der Standard“ erklärte die Galeristin Helga de Alvear, die Bitte der Messeleitung haben sie zwar „verwundert“, doch für sie sei das „keine Zensur“. Joan Tardà, Sprecher der katalanischen Linksrepublikaner, lässt sich hingegen in der „Neuen Zürcher Zeitung“ zitieren, er fühle sich „an türkische Verhältnisse“ erinnert. Kulturstaatssekretär Fernando Benzo behauptete unterdessen, in Spanien gäbe es „keine politischen Gefangenen“. Das umstrittene Werk wurde inzwischen für knapp 96.000 Euro an einen spanischen Sammler verkauft.

Der Galeristenverband BVDG führt zusammen mit der IHK Köln am 28. Mai 2018 eine Praxis-Tagung durch. Themen Steuern und Urheberrechte, Sorgfaltspflichten und Verträge, Versicherung, Transport und Aspekte der Digitalisierung. ere rechtliche Entwicklungen auch Antworten auf Fragen der Teilnehmer. Die Tagung richtet sich an Galerien, Kunsthändler und Institutionen, kunstmarktnahe Branchen und Dienstleister sowie allgemein am Kunstmarkt und an der Kulturwirtschaft interessierte Kreise.

Stephan Koal hat seine Berliner Galerie Koal nach zwölf Jahren aufgegeben. Die Räume in der Leipziger Straße 47 nutzt er fortan ab April 2018 für seinen neuen Kunstverein Ost, kurz KVOST. Mit Ausstellungen, Diskussionen und Begleitprogrammen will er reflektieren, „was der Begriff Osten jenseits der geografischen Verortung bedeuten kann.“

Claes Nordenhake, Galerist und Sammler in Malmö, Stockholm und Berlin, hat dem Moderna Museet (Stockholm/Malmö) zwölf abstrakte monochrome Arbeiten geschenkt. Dabei handelt es sich um Bilder von Olle Bærtling, Marcia Hafif, Stefan Baumkötter, Phil Sims, Günter Umberg, Alan Carlton, Joseph Marioni, Ingo Meller, Alan Uglow, Frederic Matys Thursz, Robert Ryman und Magnus Wallin.

Personalien

Stephanie Rosenthal ist neue Leiterin des Berliner Martin-Gropius-Baus und trat damit die Nachfolge von Gereon Sievernich an, der 17 Jahre lang dort Direktor war. Rosenthal war seit 2007 Chefkuratorin der renommierten Hayward Gallery in London. Zu ihren Aufgaben in Berlin gehören jetzt „einige architektonische Interventionen vornehmen, um mehr Licht in das Gebäude zu lassen und es dem Denkmalschutz gemäß zu öffnen. Neben den Ausstellungsräumen werden auch das Restaurant und die Buchhandlung modernisiert“. Dazu ist für März/April eine kurze Schließungszeit eingeplant. Ab dem 20.04.2018 wird dann im Gropius-Bau das Filmwerk von Ana Mendieta vorgestellt.

Peter Weibel bleibt bis Ende 2020 Vorstand des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Das ZKM wurde von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg 1989 als Stiftung gegründet. Weibel hatte 1999 nach dem Tod des Gründungsdirektors Heinrich Klotz die Leitung des Hauses übernommen. Die Vertragsverlängerung bietet den Trägern nun die Möglichkeit, „ohne Zeitdruck“ nach einem geeigneten Nachfolgert für Weibel zu suchen.

Peter Gorschlüter wird am 01.07.2018 neuer Direktor des Museum Folkwang in Essen. Er war seit 2010 stellvertretender Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Gorschlüter erhält in Essen einen Achtjahresvertrag als Nachfolger von Dr. Tobia Bezzola an, der Anfang 2018 als Direktor des Museo d’arte della Svizzera italiana nach Lugano wechselte. Der neue Essener Direktor ist assoziiertes Mitglied des Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und lehrt an der Goethe- Universität Frankfurt am Main im Studienfach Curatorial Studies Theorie – Geschichte – Kritik; und er ist außerdem Kuratoriumsvorsitzender der Deutsche Börse Photography Foundation.

Tim Voss ist neuer künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Wien. Der 49-jährige hat vorher u. a. den Kunstverein Harburger Bahnhof in Hamburg, das W139 in Amsterdam und zuletzt die Künstlerhäuser Worpswede geleitet. Solchermaßen als Mann der Praxis ausgewiesen verstehe er sehr gut das „oft schwierige Verhältnis zwischen der Lebensrealität in Künstlerstudios und einer Institution mit all ihren auch budgetären und inhaltlichen Herausforderungen“. Im Wiener Künstlerhaus wird er nach Abschluss der Renovierungsarbeiten ab 2019 sehr eng mit der Albertina zusammen arbeiten: die Albertina nutzt das Souterrain und das Erdgeschoss für Ausstellungen mit ihrer Sammlung, schwerpunktmäßig mit Fotokunst, im Obergeschoss findet das Programm des Künstlerhauses statt.

Frédéric Bußmann übernimmt am 01.05.2018 die Leitung der Kunstsammlungen Chemnitz. Seine Vorgängerin Ingrid Mössinger verabschiedet sich in den Ruhestand. Sie hat den Museumsverbund mehr als 20 Jahre lang betreut – die Chemnitzer Kunstsammlung zählte schon zu DDR-Zeiten zu den größten in Ostdeutschland. Bußmann warbislang Kurator am Museum der bildenden Künste Leipzig und verantwortete dort seit 2011 die Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Zudem war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München.

Gereon Sievernich, der als langjähriger Direktor des Berliner Martin Gropius-Baus Ende Januar 2018 in den Ruhestand ging, hat am 01.04.2018 als Nachfolger von Joachim Sartorius für zwei Jahre die Aufgabe des Kurators für den Hauptstadtkulturfonds übernommen. Der Fonds hat aus Bundesmitteln jährlich 15 Mill. Euro zur Verfügung.

Berthold Roland, Kunsthistoriker und ehemaliger Direktor des Landesmuseums in Mainz, schenkte aus Anlass seines 90. Geburtstags dem Museum 320 Kunstwerke. Es sind Werke des 20. Jh. und aus der Gegenwart, der Schwerpunkt liegt auf dem Zeitraum der 1960er bis in die 1990er Jahre.

Milan Ther hat die Leitung des Kunstvereins Nürnberg übernommen. Vorher war er von 2015 bis 2018 an der Kestner Gesellschaft Hannover als kuratorische Assistenz tätig, wo er unter anderem Ausstellungen mit Tobias Madison, Monika Baer, James Richards und Leslie Thornton, sowie Marc Camille Chaimowicz realisiert hat.

Nadja Quante hat die künstlerische Leitung des Künstlerhauses Bremen übernommen und verantwortet das Programm der Galerie ab Sommer 2018. Sie arbeitete seit 2016 als freie Kuratorin, Autorin und Redakteurin in Berlin, wo sie unter anderem für das Projekt „Untie to Tie – Koloniale Vermächtnisse und zeitgenössische Gesellschaften“ der ifa-Galerie Berlin tätig war. Quante wird in Bremen ihre kuratorische Tätigkeit auf „gesellschaftsrelevante und insbesondere feministische und queere Fragestellungen und transdisziplinäre Herangehensweisen“ focussieren.

Janneke de Vries wird am 01.10.2018 neue Direktorin des Museums Weserburg in Bremen. Ihr Vorgänger Peter Friese geht dann in den Ruhestand. Janneke de Vries war ab 2006 Direktorin des Kunstvereins Braunschweig und ab 2008 Leiterin der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen, arbeitete außerdem als freie Kritikerin für diverse Kunstmagazine und Tageszeitungen realisierte freie kuratorische Projekte.

Dr. Dirk Pörschmann wurde während der Vernissage zur Sonderausstellung „Alles klar? Glas und Tod: Von transparenten Dingen und transzendenten Vorstellungen“ (noch bis 13.05.2018) in das Amt des Geschäftsführers der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. sowie die Leitung des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur in Kassel eingeführt. Das Museum wurde 1992 gegründet und zeigt in seiner Dauerausstellung auf 1.400 qm Exponate zu Bestattungsriten vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Markus Heinzelmann, seit 2006 Direktor des Museum Morsbroich Leverkusen, gibt sein Amt dort auf, um sich künftig „wieder mehr wissenschaftlichen Themen zuzuwenden“. In den vergangenen Monaten hatte Heinzelmann wesentlich an einem Konzept zur Zukunftssicherung des Museums mitgewirkt, das kürzlich vom Leverkusener Stadtrat abgesegnet wurde. Es sieht vor, die Ausgaben in Höhe von ca. 1,15 Mill. Euro um 400.000 Euro zu reduzieren Das Konzept zeigt auf, wie das Museum im Verbund mit allen Anrainern der Morsbroicher Liegenschaft gestärkt und mit einer hochmodernen, zweiten Spielstätte erweitert werden kann.

Stefan Moses starb am Samstag im Alter von 89 Jahren. Der Fotograf hatte zahlreiche Prominente aus Politik und Kulturbetrieb porträtiert, darunter u.a. Heinrich Böll, Willy Brandt, Otto Dix, Günter Grass, Thomas Mann und Martin Walser. Zu seine Hauptwerken zählt der Bildzyklus „Ostdeutsche Porträts“. Sein Credo lautete: „Ich bin ein Menschenfotograf“. Moses war als Fotograf ein Chronist seiner Zeit, aber bei seinen Bildreportagen stand immer der Mensch im Mittelpunkt.

Hans Vent, Maler und Grafiker, starb wenige Tage vor seinem 84. Geburtstag in Berlin. Sein malerisches Werk wurde zuletzt in einer umfassenden Ausstellung 2016 in der Berliner Galerie Parterre präsentiert. „In Vents Schaffen spielten Figurenmotive und Köpfe eine beherrschende Rolle. Plastische und malerische Ausdrucksmittel bildeten in seinem Hauptwerk einen sinnlich-formalen Zusammenhang. Der simultane Umgang mit Plastiken, Zeichnungen und Grafik gehörte zu seinem Arbeitsprozess …“ Hans Vent war Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Lilli Engel, Malerin und Installationskünstlerin, starb im Alter von 78 Jahren. Seit 1989 arbeitete sie eng mit Raffael Rheinsberg (1943 – 2016) zusammen. Die letzte, noch gemeinsam besprochene Installation der beiden Künstler wurde 2017 für die Gruppe Nexus auf der Festung Koblenz-Ehrenbreitstein realisiert. Sie bestand aus einer Bombenattrappe, einem Fundstück aus einer ehemaligen DDR-Kaserne, umhüllt mit einem alten Bettbezug und in einer Nische aufgestellt wie ein Wachsoldat. Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau war ein Generalthema im Werk von Lilli Engel.

Preise

Michelangelo Pistoletto wird für sein künstlerisches Lebenswerk mit dem Roswitha Haftmann-Preis geehrt, der mit 150.000 Schweizer Franken der höchstdotierte Kunstpreis in Europa ist. Pistoletto ist ein Hauptvertreter der Arte Povera und der Konzeptkunst. Er gehört zu den wichtigen Protagonisten der performativen Kunst, indem er gesellschaftliche und politische Themen pointiert darstellt und intensive, teils kontroverse Diskurse mit einer breiten Öffentlichkeit initiiert hat.“

Julia Stoschek empfängt am 19.04.2018 im Kölner Rathaus den Art Cologne-Preis 2018. Seit 2003 sammelt die Medienkunstwerke, die sie seit 2007 regelmäßig in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Düsseldorf-Oberkassel im Rahmen musealer Ausstellungen präsentiert. „Die Kunst des bewegten Bildes gilt Julia Stoschek als die primäre kulturelle Ausdrucksform ihrer Generation, die sie fördern, wissenschaftlich aufbereiten und bewahren will – und zwar in der gesamten Bandbreite von den klassischen Trägermedien bis hin zu allerneuesten netzbasierten und digitalen Technologien. Das Multimedia-Environment genießt dabei ihr Interesse ebenso wie eine raumgreifende, skulpturale Installation oder das kleine solitäre Format einer Einzelprojektion …“

Jil Sander wurde für ihr Lebenswerk als Modedesignerin mit der Personality-Auszeichnung des German Design Award 2018 geehrt. Die Verleihung fand im Rahmen der Frankfurter Messe „Ambiente“ statt. Sanders Entwürfe Ihre Entwürfe „stehen seither konsequent für einen reduzierten Stil mit geradlinigen Schnitten aus hochwertigsten Materialien und für eine Mode, die ihrer Trägerin Selbstbewusstsein und Kraft verleiht. Aber auch in Architektur und Ladengestaltung hat sie neue ganzheitliche Gestaltungsansätze entwickelt und bis hin zu den Details der Lichtkonzepte ihre Inszenierungen in neue Dimensionen gebracht.“

Adrian Piper wurde der diesjährige Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste Berlin zuerkannt. Das Frühwerk aus ihrer Gymnasialzeit in den 1960er Jahren wird der psychedelischen Kunst zugerechnet; später erweiterte sie die Strategien der Concept Art und der Minimal Art um politische Fragestellungen zu Geschlechterthematik und Rasse. 2015 erhielt sie einen Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Herbst 2018 in Berlin verliehen. Anlässlich der Preisvergabe zeigt die Akademie der Künste auch eine Ausstellung am Pariser Platz.

Haegue Yang wird in diesem Jahr während der Art Cologne mit dem Wolfgang Hahn-Preis ausgezeichnet und hat vom 18.04. bis zum 12.08.2018 eine Einzelausstellung im Museum Ludwig Köln. Sie trägt den Titel „ETA 1994 – 2018“. ETA ist eine Abkürzung für „Estimated Time of Arrival“. „So verweist der Ausstellungstitel bereits auf eine künstlerische Laufbahn im Transit und die permanenten Ortswechsel einer Künstlerin, die parallel Ateliers in Seoul und Berlin betreibt …“ Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe des Künstlers oder der Künstlerin zugunsten der Sammlung des Museum Ludwig.

Thomas Demand, Fotograf und Bildhauer, wurde der Große Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste zugesprochen (15.000 Euro). Demand fertigt mit Pressefotos von Tatorten und anderen Lokalitäten als Vorlage detailgetreue Modelle an, die er dann abfotografiert.

Olaf Nicolai nimmt am 26.05.2018 den Wilhelm-Loth-Preis der Stadt Darmstadt entgegen. Der aus Halle/Saale gebürtige Künstler lebt und arbeitet heute in Berlin.

Nevin Aladag wurde der Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Skulptur zugesprochen (15.000 Euro). Mit der Preisvergabe ist eine Ausstellung im Frühjahr 2018 im Dresdner Albertinum verbunden. Aladağ war zuletzt auf der Documenta 14 in Kassel und Athen sowie der Kunstbiennale Venedig vertreten. Der Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Skulptur wurde jetzt erstmals von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gemeinsam mit der Antonius Jugend- und Kulturförderung e. V. vergeben, die das Preisgeld stiftete.

Martha Jungwirth nahm den Oskar-Kokoschka-Preis 2018 in Empfang (20.000 Euro). Die 1940 in Wien geborene Künstlerin lehrte von 1967 bis 1977 an der Universität für angewandte Kunst Wien (damals: Hochschule für angewandte Kunst Wien). Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie vor allem durch eine Ausstellung im Jahr 1968 in der Secession bekannt. 1977 nahm sie an der Kasseler documenta teil.

Nina Laaf ist aktuelle Trägerin des Karlsruher Hanna Nagel-Preises. Die Verleihung findet am 04.05.2018 statt und ist mit einer Ausstellung in der Städt. Galerie Karlsruhe und einem Preisgeld von 2.000 Euro und einem Ankauf durch das Regierungspräsidium verbunden. Der Preis wird für Künstlerinnen ab 40 Jahren ausgeschrieben, „deren Berufsweg durch Mutterschaft und Elternzeit oft weniger geradlinig verläuft als der ihrer männlichen Kollegen“. Nina Laaf schloss ihr Bildhauerei-Studium an der Kunstakademie Karlsruhe 2017 als Meisterschülerin von Harald Klingelhöller ab.

Em’kal Eyongakpa, Intermedia-Künstler aus Kamerun, gewann den Henrike Grohs-Preis für afrikanische Künstler (20.000 Euro). Der Preis erinnert an die 2016 ermordete Ethnologin und ehemalige Mitarbeiterin des Goethe-Instituts. Der Preisträger „widmet sich selbst erlebten, aber auch fremden sowie kollektiven Geschichten und nähert sich ihnen, durch rituellen Gebrauch von Wiederholung und Transformation.

Assaf Gruber darf das Stipendium Follow Fluxus und die Folgen antreten, das von der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden und vom Nassauischen Kunstverein Wiesbaden vergeben wird. Damit werden junge Künstler geefördert, die die Ideen der Fluxusbewegung aufgreifen und lebendig halten. Wiesbaden gilt als einer der Gründungsorte dieser Kunstrichtung, als dort 1962 die „Fluxus Festspiele Neuester Musik“ stattfanden. Assaf Gruber lebt und arbeitet in Berlin; er beschäftigt sich künstlerisch mit „individuellen Ideologien“.

Ausschreibungen

Die 12. OSTRALE Dresden findet zum Thema „-ismus“ vom 28.06. bis zum 29.09.2019 statt. Neben der freien Bewerbung für die Teilnahme an der OSTRALE Biennale werden für 2018 auch „Artist-in-Residence“ und Kunst im öffentlichen Raum- Projekte ausgeschrieben. Die Arbeitsphase der Residenzen mit Schwerpunkt Kunst im öffentlichen Raum ist ab Mai 2018 vorgesehen. Bewerbungen bis 15.04.2018: www.ostrale.de

Die Internationale Photoszene Köln und die Fotoakademie-Koeln vergeben ein Stipendium für ein zweieinhalbjähriges Studium im Gesamtwert von rund 7.000 Euro. Das Studium beinhaltet unter anderem Materialkunde, Bildgestaltung, Lichtsetzung, Studiotechnik, digitale Bildbearbeitung, Geschichte und Semantik der Fotografie, Kreativitätstechniken, Fotorecht… Es dauert insgesamt fünf Semester (vier reguläre und ein Diplom-Semester) und findet einmal wöchentlich mittwochs oder sonntags statt. Bewerbungen bis zum 04.05.2018.

Für Künstleresidenzen des Goethe Instituts Peking endet im Bereich bildende Kunst die Bewerbungsfrist am 01.05.2018. Voraussetzungen sind ein Lebensmittelpunkt in Deutschland, gute Englischkenntnisse, professionelle künstlerische Tätigkeit und ein Alter von max. 40 Jahren. Neben der Finanzierung der Reisekosten und der Visumgebühren werden 1.200 Euro/mtl. ausgezahlt; in Peking steht ein Zimmer mit Wohn- und Arbeitsbereich zur Verfügung.

Am 27.04.2018 endet die Bewerbungsfrist für den Preis der Darmstädter Sezession. Das Thema lautet „Panikraum“ und ist für Bildhauerei bzw. dreidimensionale Arbeiten ausgeschrieben. Altersgrenze: 40 Jahre. Preise: Hauptpreis 5.000 Euro, Förderpreis 2.500 Euro.

Der Landkreis Osterholz schreibt den Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis aus. Wer sich bewirbt, muss einen biografischen Bezug zur Nordwest-Metropolregion zwischen Nordsee und Teutoburger Wald haben. Der Hauptpreis ist mit 7.500 Euro dotiert. Es gibt keine Altersgrenze. Deadline: 16.04.2018.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) schreibt den Frauenkulturpreis für bildende Künste aus. Er ist mit 5000 Euro dotiert. Die Preisträgerin erhält eine Einzelausstellung in einem der Museen des LVR mit Katalog. „Der Preis richtet sich vorrangig an bildende Künstlerinnen, die nicht älter als 40 Jahre sind. Bewerberinnen müssen mindestens zwei Jahre im Gebiet des LVR leben und / oder arbeiten und eine künstlerische Ausbildung und / oder Ausstellungserfahrung nachweisen. Keine Einsendungen von Originalen, sondern von Fotos und Katalogen bis zum 15.05.2018 an: LVR-LandesMuseum Bonn, Bachstraße 5 – 9, 53115 Bonn. Infos: Dr. Alexandra Käss Tel. 0228/2070-346, alexandra.kaess@lvr.de

Der Pfalzpreis Bildende Kunst ist in diesem Jahr für Malerei ausgeschrieben. Ausgelobt sind ein Hauptpreis mit 10.000 Euro und ein Nachwuchspreis in Höhe von 2.500 Euro. Bewerber müssen einen persönlichen oder sachlichen Bezug zu Rheinland-Pfalz haben. Einzureichen sind Fotos im Format 18 × 13 cm von 3 Arbeiten. Teilnehmen können Schüler einer Kunstschule, Studierende und Absolventen einer Kunsthochschule bzw. einer Kunstakademie, Mitglieder eines Berufsverbandes bildender Künstler oder einer anderen Künstlervereinigung sowie freischaffende bildende Künstler mit abgeschlossener Ausbildung. Deadline: 11.05.2018.

Das Kulturwerk der VG BildKunst fördert Projekte von Fotografen und Designern. Bezuschusst werden nachgewiesene Sach- und Reisekosten; private Lebenshaltungskosten und investive Kosten sind von einer Förderung ausgeschlossen. Bewerben können sich sowohl Mitglieder der VG Bild-Kunst als auch Nicht-Mitglieder. Die Förderung von Studierenden ist ausgeschlossen. Maximale Fördersumme: 8.000 Euro. Nächste Deadline: 15. Mai 2018. Infos: