Gespräche mit Künstlern · von Frank Frangenberg · S. 278
Gespräche mit Künstlern , 1999

Markus Huemer

Noch einmal: Was heißt Medienkunst?

EIN GESPRÄCH MIT DEM MEDIENKÜNSTLER UND -THEORETIKER

VON FRANK FRANGENBERG

„Stammt der Begriff virtuelle Realität von Ihnen?““Ja. …“(Edward Ball und Jaron Lanier in einem Gespräch in Parkett 34 (1992) S. 169.)

So einfach findet eine Frage ihre Antwort. Ebenso einfach – auch im sicheren Gefühl sich einige Abkürzungen zu erlauben – möchte das anschließende Interview auf Fragen, die Medienkunst betreffend, Antworten von dem österreichischen Künstler und Theoretiker Markus Huemer haben. Technologie ist die Mythologie unserer Kultur, meinte der oben zitierte Jaron Lanier. Da man trotzdem gerne verstehen würde, was denn alle anderen antreibt, die den Medienhype nicht verpassen, versucht sich das Interview in einer Klärung von Begriffen.

Markus Huemer ist ein idealer Gesprächspartner, nicht nur weil er Medienkünstler ist, nicht alleine weil er Medienkunst macht. Er ist es als Theoretiker der Medienkunst gewohnt, auch die Reflexionen der Beteiligten kritisch zu sehen. In seiner Arbeit als Medienkünstler betreibt Markus Huemer eine kritische Pädagogik der Medienkunst, in seinen „Anlagen“ – wie er seine interaktiven Environments nennt – löst der 1968 in Linz geborene Österreicher die lokale autonome Einheit des Kunstwerks auf.

Welches Interesse könnte der traditionelle Kunstbetrieb an der Medienkunst haben? Erscheint dem herkömmlichen Kunstbetrieb das künstlerische Agieren im Medienkontext in seiner Programmatik teilweise als déja vu oder viel zu sehr vom technologischen Rahmen allein bestimmt, können sich die Vertreter der Medienkunst den Elfenbeinturm anscheinend leisten, den Verzicht auf eine Konfrontation mit dem traditionellen Kunstsystem. Mangels Schnittmengen in ihren jeweiligen institutionellen Gefügen ließe sich ein ignorantes nachbarschaftliches Zusammenleben weiterführen.

Es könnte aber doch…

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