Gespräche mit Galeristen · S. 224
Gespräche mit Galeristen , 1989

Bernhard Wittenbrink und Rupert Walser

„Ohne Auftrag“

Ein Gespräch mit Hanne Weskott

Die Geschichte des Kunsthandels am Beispiel München wollen die beiden Galeristen Bernhard Wittenbrink und Rupert Waiser im Rahmen einer Sonderschau der ersten ART Frankfurt (21.4.-26.4.1989) darstellen. Sie haben diese Idee von sich aus der Messeleitung vorgetragen und die Organisation übernommen. Die Stadt Frankfurt stellt die 800 m Ausstellungsfläche und die gesamten Aufbauten zur Verfügung. Die Restfinanzierung soll mit Hilfe des Münchner Kulturreferates und privater Sponsoren gesichert werden. Die Ausstellung mit dem vorläufigen Titel „Ohne Auftrag“ soll einen Zeitraum von 1900 bis heute umfassen und die Rolle des privaten Kunsthandels, insbesondere der Galeristen, aufzeigen und kritisch durchleuchten. Sie wird von einem etwa 220 Seiten starken Katalogbuch begleitet, in dem grundsätzliche Fragen wie Vertragsbindungen zwischen Künstlern und Galeristen ebenso zur Sprache kommen sollen wie die geschichtliche Entwicklung des Kunsthandels.

Erklärt ihr zu Anfang erst mal Euren Titel.

B.W.: Wir fangen im Grunde dort an, wo der Künstler begonnen hat, ohne Auftrag zu arbeiten, letzten Endes da, wo sich eine Person zwischen Künstler und Käufer/Betrachter geschoben hat, die aber auch ohne Auftrag handelt.

R.W.: Im Katalogbuch soll natürlich der gesamte Abriß des Kunsthandels über alle Zeiten hinweg zur Sprache kommen. In der Ausstellung konkret wird das mit Ludwig I. beginnen, der in München so viel bewegt hat. Vielleicht setzen wir am Anfang ein Signal, weil der private Kunsthandel damals neben dem fürstlichen existierte.

Nun war Ludwig 1. mehr Auftraggeber und Kauf er als Händler.

B.W.: München als Kunststadt ist eben wesentlich durch diesen Ludwig I. geprägt, der für die…

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