Ausstellungen: Kleve , 2004

HEINZ-NORBERT JOCKS

Paloma Varga Weisz

Museum Kurhaus Kleve-Ewald Mataré-Sammlung, 14.3. – 9.5.2004

Dass Paloma Varga Weisz, einst Studentin bei Tony Cragg und Gerhard Merz, das mühselige wie zeitraubende Handwerk des Holzuschnitzens von der Picke auf gelernt hat, sticht so ins Auge wie ihr hartnäckiger Wille, sich mit alten, um nicht zu sagen, zeitfernen Motiven auseinander zu setzen. Sie reiht sich so bewusst wie zielstrebig in die lange Tradition ein, statt mit ihr zu brechen, um ganz eigene Wege einzuschlagen. Das der Moderne widerstrebende Prinzip der Dauer scheint ihr nicht nur wichtig, sondern sogar ein Stützpunkt, ja die Basis zu sein, von wo aus sie agiert, ohne scheinbar nach dem Sinn dessen, was sie tut, erneut fragen zu müssen. Es verwundert kaum, dass uns beim Betreten des Hauptraums ihrer ersten von Guide de Werd eingerichteten Museums-Einzelausstellung im Kurhaus Kleve unwillkürlich Erinnerungen an die überlieferten Bilder der öffentlichern Hinrichtungsstätte von Golgatha und damit essentielle Lebensfragen in den Sinn kommen, die, da nur am Rande gestreift, letztlich unbeantwortet bleiben.

Galgenfeld hat die 1966 in Mannheim geborene, in Neustadt an der Weinstrasse aufgewachsene Künstlerin ihre zentrale Arbeit getauft. Zwei Hingerichtete an hölzernen Pfählen sind da zu sehen, von denen eine Figur von Hals bis zu den Füßen gefesselt ist. Deren Fragen aufwerfende Verhüllung soll wohl verhindern, dass wir das Opfer identifizieren. Der Kopf der zweiten Galgenfigur, übrigens bis auf Hände und Füße in weißem Nesseltuch gehüllt, ist so brutal zwischen zwei dicken Balken geklemmt, dass die Einwirkung der offenbar ausgeübten Gewalt, die womöglich zum Tod geführt hat, erahnbar,…

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von Heinz-Norbert Jocks

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