Nachrichtenforum: Personalien , 2000

Dr. Jochen Poetter gibt am 31. Dezember 2000 nach dreijähriger Amtszeit seinen Direktorenposten am Museum Ludwig Köln auf. Schon ab dem 1. April 2000 ist er von seinen Aufgaben „freigestellt“ worden. Bis zur Inauguration eines Nachfolgers leitet Vize-Direktorin Evelyn Weiss kommissarisch die Geschäfte. Die Trennung von Poetter erfolgt „einvernehmlich“, wie es in der offiziellen Sprachregelung heißt. Er habe „wahrscheinlich die Reibungsverluste in einem Apparat wie dem Museum Ludwig unterschätzt“ und die „Schwierigkeit der strategischen Aufgabenstellung nicht rechtzeitig erkannt“, räumte er gegenüber der Lokalpresse ein. Poetter will jedoch in Köln bleiben und sich dort weiter beruflich engagieren.
Poetters Nachfolger soll Prof. Kasper König werden. Die erufskommission, zu der u.a. Sir Nicholas Serota von der Londoner Tate Gallery gehörte, sprach sich einstimmig für König aus. Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer führt derzeit die Verhandlungen mit ihm. König hatte schon einmal bis Ende der 80er Jahre in Köln gewohnt und in dieser Zeit die Ära der Großausstellungen eingeleitet: Seine „Westkunst“ 1981 in den Kölner Messehallen war die erste Ausstellung moderner Kunst in Deutschland gewesen, die documenta-ähnliche Ausmaße und eine ähnliche internationale Ausstrahlung wie das Kasseler Ereignis hatte. 1984 kuratierte er in Düsseldorf die Ausstellung „von hier aus“. Ende der 80er Jahre, als Frankfurt kultur- und museumspolitische Kraftanstrengungen unternahm, um vom Image der baulich verhunzten Bankenstadt wegzukommen, holten sich die Lokalpolitiker König als Zugpferd an den Main. Er wurde dort Direktor der Städel-Schule und konzipierte mit dem „Portikus“ einen experimentellen Ausstellungsraum.
In einem Gespräch mit dem Kölner CDU-Vorsitzenden Richard Blömer hat König seine finanziellen…

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