Ausstellungen: Luxembourg , 2002

SUSANNE BOECKER

Peter Friedl/ Marc Trivier

Casino Luxembourg, Luxembourg, 15.1. – 24.2.2002
Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, 10.3. – 21.4.2002
Institute for Contemporary Art, Cape Town, 1.5. – 21.5.2002

Peter Friedl tut das, was im aktuellen Kunstbetrieb angesagt ist: er „unterläuft“, „hinterfragt“, „kritisiert“. Dabei ist ihm nichts heilig – weder künstlerische Techniken, noch traditionelle Genre-Kategorien, Konventionen der Ausstellungs-Praxis oder gar gutgemeinte Avancen von Kuratoren. Kurz: Der 1960 geborene Österreicher führt einen „Kulturkampf“ auf allen Ebenen im Betriebssystem Kunst. Nun ist die Verweigerungshaltung in der Kunst ja nichts Neues, ja sie gehört seit rund einhundert Jahren fest zum System. Insofern sind Friedls Versuche, sich aus den Fängen desselben zu befreien, weder originell noch wirklich erfolgversprechend. Gleichwohl gilt die demonstrativ kritische Einstellung eines Künstlers gegenüber dem Betriebssystem immer noch als prinzipieller Nachweis von Qualität – sie hat ja auch stets was von Selbstkritik, was gemeinhin auch gut ankommt.

Peter Friedl wäre nicht Peter Friedl, wenn er bei einer „Retrospektive“ seiner Arbeiten nicht auch gleich die Schablone retrospektiver Werkschauen durchlöchern würde. Er tut dies, indem er den erhellenden Rückblick verweigert und bis auf das Video „Bohème“von 1997, die zwischen 1995 und 2001 entstandene Diaserie „Playgrounds“ sowie eine Wiederauflage des Klapptischs „Peter“ von 1999 ausschließlich Arbeiten der Jahre 2000 und 2001 zeigt. Diese allerdings verbinden sich zu einem stringenten Portrait seiner künstlerischen Strategie. Friedl präsentiert sich mit seiner Werkauswahl als engagierten Debattierer, als jemanden, der die Verhältnisse von Kunst zu verschiedenen anderen kulturellen Genres systematisch hinterfragt: Kunst und Design, Kunst und Musikvideo, Kunst und Oper, Kunst und Dokumentarfotografie,…

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von Susanne Boecker

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