Ausstellungen: Stuttgart · von Johannes Meinhardt · S. 296
Ausstellungen: Stuttgart , 2017

Post-Peace 

Verleugnete Wirklichkeit

Württembergischer Kunstverein Stuttgart 25.02. – 07.05.2017

von Johannes Meinhardt

Die Ausstellung Post-Peace war 2016 von Katia Krupennikova, Amsterdam, für die Kulturinstitution der türkischen Bank Akbank in Istanbul kuratiert worden; kurz vor der Eröffnung wurde sie jedoch, aus bemerkenswert fadenscheinigen Gründen, abgesagt. Um zwei Künstler erweitert, ist sie jetzt in Stuttgart zu sehen.

Einer der beiden inhaltlichen Pole der Ausstellung wurde so formuliert: „Die Ausstellung schlägt vor, unsere gegenwärtige Situation, in welcher der `Frieden´ des globalen Kapitalismus durch kontinuierliche Gewalt und Kriege teuer erkauft wird, mit dem Begriff des Post-Peace, der `Nachfriedenszeit´ zu fassen.“ Die Künstlerinnen und Künstler legen in ihren Arbeiten (Videos, Fotografien, Installationen, Performances) die andauernde Präsenz von offener Gewalt frei, die die Beziehungen vieler Staaten zueinander ebenso wie die von Staaten zu ihren Bürgern oder zu Minderheiten kennzeichnet; nur werden diese Konflikte nicht als Kriege anerkannt, sondern als polizeiliche Maßnahmen – vor allem der Terrorbekämpfung – definiert. Dementsprechend tauchen viele der momentan schwärenden gewaltsamen Konflikte in der Ausstellung auf, die weder Kriege noch Bürgerkriege im traditionellen Sinn sind, sondern vor allem mit Aufständen gegen ökonomische und kulturelle Unterdrückung zusammenhängen.

Mehr als die Hälfte der 19 Künstlerinnen und Künstler kommt aus Russland, Polen, der Türkei, Jordanien, Syrien, Kuba, die anderen vor allewm aus den Niederlanden und Belgien. Fast alle Arbeiten bedienen sich dokumentarischer Methoden (deswegen die Vorherrschaft von Aufzeichnungsmedien), dokumentieren und bearbeiten gesellschaftliche Verhältnisse und Ereignisse in – auch historischen – Konfliktherden (Palästina, Israel, Russland, Ukraine, Türkei, Irland, USA – New York nach 9/11, Deutschland 1939 – 45).

Eine ganze Reihe der Arbeiten…

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