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Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Kollateral Events · von Doris von Drathen · S. 604 - 607
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Kollateral Events , 2015
Titel: 56. Biennale Venedig – All the World's Futures - Kollateral Events

Proportio

Palazzo Fortuny, Venedig, 9 bis 22. November 2015
von Doris von Drathen

Was weiß der Raum von Koordinatenkreuz, Proportion und Perspektive? Was wissen die Sterne von den Linien unserer Konstellationen?

Die Kuratoren – Artconsultor, Sammler und Galerist Axel Vervoordt und die Direktorin des Palazzo Fortuny, die Architekturhistorikerin Daniela Ferretti mit ihrem Team – untersuchen nicht das Phänomen sinnsuchender menschlicher Fiktionen, sondern befragen empirisch mehr als 200 Werke quer durch alte und aktuelle Kunstgeschichte nach einer Vermessung der Welt, die den Gesetzen des goldenen Schnitts entspricht.

Was spüren wir, wenn wir sagen, ein architektonischer Raum ist harmonisch, wenn das Radarsystem unserer sensoriellen Erfahrung ein „Wohlfühlen“ meldet? Der Besucher wird im Parterre der drei Stockwerke empfangen von fünf einzeln stehenden, kleinen Hanfbauten. Sie sind von Axel Vervoordt und dem Architekten Tatsuro Miki speziell für diese Ausstellung konzipiert und schaffen so etwas wie eine Verlangsamungsschleuse für den Besucher, einen Filter für ein Stillwerden beim Eintritt in eine Welt der Besinnung. Jeder dieser fünf Bauten beruht auf den Gesetzen des goldenen Schnitts, die hier in verschiedenen Variationen erlebbar werden. Was sich hier mitteilt, ist die physische Erfahrbarkeit von ausgewogener Proportion, die tatsächlich so etwas wie ein Glücksgefühl auslösen kann.

Auf der weiteren Entdeckungsreise wird bald deutlich, was das Euphorisierende hier ist: Nicht so sehr das Wissen der ´divina proportione´, das von der Antike über die Renaissance bis heute seine Bedeutung behalten hat, sondern viel eher das Querdenken der Künstler, ihr Fokussieren auf abgelegene Details. Francesco Jodice, 1967 in Neapel geboren und dort arbeitend, hat mit seiner Filmkamera…


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von Doris von Drathen

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