Gespräche mit Kunstvermittlern · von Cornelia Gockel · S. 386
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2003

QUOTENDRUCK GEHÖRT ZU UNSEREM BERUF, ABER MAN KANN AUCH ANDERE ALTERNATIVEN BIETEN…

CORNELIA GOCKEL IM GESPRÄCH MIT CHRIS DERCON

Seit Mai 2003 hat das Münchner Haus der Kunst mit Chris Dercon einen neuen Leiter. Der 1958 geborene Belgier machte sich nicht nur als Leiter von bedeutenden Ausstellungshäusern international einen Namen, sondern war auch als Kunstkritiker, Dozent und Kurator tätig. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Christoph Vitali zählt Dercon zu den Kritikern der Event-Kultur in Museen. Über seine Pläne für das Haus der Kunst sprach er mit Cornelia Gockel.

Cornelia Gockel: Was hat sie gereizt nach München zu kommen?

Chris Dercon: 13 Jahre Rotterdam! Ich bin kein Holländer, ich bin ein Belgier. Man hat mich vom P.S.1 in New York gekauft wie einen Fußballspieler, um das Witte de With in Rotterdam zu gründen. Im Anschluss habe ich als Direktor vom Museum Boijmans Van Beuningen den Umbau und die Erweiterung des Hauses realisiert. Das Abenteuer hat insgesamt 13 Jahre gedauert. Danach wollte ich wieder kuratieren. Hier habe ich die Möglichkeit gehabt, ein eigenes Team zu bilden. Wie oft bekommt man das schon in seinem Leben? Ein Gebäude, an und in dem noch viel zu tun ist, ein neues Team, einen Etat von 4,1 Millionen Euro und das in einer Stadt, die mir gefällt.

Ist es Ihnen durch die politische Situation leichter gefallen Rotterdam den Rücken zu kehren? Immerhin hat die Regierung die Subventionen so gekürzt, dass die Kulturinstitutionen kaum noch handlungsfähig waren.

Das hat mir die Sache sicher leichter gemacht. Aber es ging dabei nicht nur um Geld….

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