Kunstforum-Gespräche · von Carmela Thiele · S. 314
Kunstforum-Gespräche ,

Raus aus der Filterblase!

Ich rede nicht so oft von Medienkunst. Ich rede von zeitgenössischer Kunst, sagt die Direktorin des HMKV (Hartware MedienKunstVerein) in Dortmund, Inke Arns

Ein Gespräch von Carmela Thiele

Inke Arns denkt Medienkunst und Medientheorie gegen den Strich. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin konzipiert seit 2005 in Dortmund und anderswo Ausstellungen, die von künstlerischen Positionen und Phänomenen der Gegenwart inspiriert sind. Sie denkt sparten- und fächerübergreifend, lokal und international. Ihre Ausstellung „Der Alt-Right Komplex – Über Rechtspopulismus im Netz“ (HMKV, 30.03.– 22.9.2019) sahen nahezu 15 000 Besucher *innen. Die Schau „Computer Grrrls“ (HMKV, 27.10.2018 – 24.02.2019) war im Anschluss in Paris und Eindhoven zu sehen. 2017 kuratierte sie anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Transmediale die Ausstellung „alien matter“ im Haus der Kulturen der Welt (HKW). Lehraufträge führten die Ausstellungsmacherin nach Berlin, Leipzig, Rotterdam, Zürich, und Amsterdam. Sie ist Autorin zahlreicher Beiträge zur Medienkunst und zur Netzkultur.

Carmela Thiele: Auf der letzten Transmediale im Januar 2019 war keine Ausstellung zu sehen. Die Organisatoren sind dafür in der taz kritisiert worden. Der Autor warf dem Leiter Kristoffer Gansing vor, dem wichtigsten internationalen Medienkunst-Festival sei ihr Gegenstand abhandengekommen, da das Programm zur Gänze aus Debatten-Beiträgen bestand. Ist diese Kritik aus ihrer Sicht gerechtfertigt?

Inke Arns: Ich halte diese Entscheidung auch für problematisch. Allerdings kostet es auch etwas, im Rahmen eines Festivals eine gute Ausstellung zu machen. Wenn man das Geld nicht hat oder wenn man nicht bereit ist, das vorhandene Geld entsprechend zu investieren, dann muss man sich eben auf diskursive Formate beschränken. Ich…

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