Ausstellungen: Berlin · von Ronald Berg · S. 302
Ausstellungen: Berlin , 2006

Ronald Berg

Rebecca Horn

»Zeichnungen, Skulpturen, Installation, Filme 1964 – 2006«
Martin-Gropius-Bau Berlin, 5.10.2006 – 15.1.2007

In der eigens für die Retrospektive angefertigten Arbeit „Das Universum in einer Perle“ hat Rebecca Horn Himmel und Erde zusammengebracht. Eine 18 Meter hohe Konstruktion aus teils rotierenden Spiegeln und vergoldeten Trichtern zwischen Boden und Glasdach des Martin-Gropius-Baus, senkt sich optisch noch einmal in die Tiefe des Bodens, so als schaute man in einen Brunnen auf dessen Grund sich ein blauer Himmel spiegelt.

Die Arbeit bildet das Zentrum der großen Werkschau, die in 20 Räumen Zeichnungen, Skulpturen, Installationen und Filme zusammenbringt. Vor allem die 90 Zeichnungen zeigen eine neue, bislang wenig beachtete Seite im Werk von Rebecca Horn. So sind jetzt auch erstmals Zeichnungen aus den sechziger Jahren zu sehen, die vor Horns eigentlicher künstlerischer Urszene entstanden sind. Horn, Jahrgang 1944, hatte sich während ihres Kunststudiums in Hamburg bei der Arbeit an Polyesterskulpturen die Lunge vergiftet und musste lange Zeit in Krankenhaus und Sanatorium verbringen. Diese Erfahrung sollte für die künstlerische Entwicklung von Horn entscheidend werden. Die quälende Kontaktlosigkeit und die erzwungene Konzentration auf den eigenen Körper drängten nach Verarbeitung. Die Krankheit scheint Horns Wahrnehmung für scheinbare Selbstverständlichkeiten geschärft zu haben. Stehen, Gehen, Berühren, mit sich, den anderen oder der Umgebung Kontakt aufnehmen, all das wird in der Folge neu erprobt.

Hatte Horn vor dem Ausbruch ihrer Krankheit 1968 etwas eckige Körperteile und Frauentorsi gezeichnet, so produzierte Horn noch auf dem Krankenlager Texte und Skizzen, die den Stoff für ihre späteren Körperinstallationen abgeben sollten. Mit einer durch Bänder am…

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