Gespräche mit Kunstkritikern · S. 375
Gespräche mit Kunstkritikern , 1989

Ressource und Maschine

THOMAS WULFFEN IM GESPRÄCH MIT GEORG JAPPE, LUCIE SCHAUER UND PETER FUNKEN

Am gleichen Ort, Berlin, werden zwei offensichtlich sich ergänzende Ausstellungen offeriert, wenn sie sich auch diametralen gegensätzlichen Themen widmen. Die Staatliche Kunsthalle Berlin zeigt unter der Verantwortung des Neuen Berliner Kunstvereins die Ausstellung ‚MaschinenMenschen‘ (16.6. bis 23.7.1989). Entwickelt und organisiert wurde das Projekt von Peter Funken und Lucie Schauer. Unter dem Titel ‚Ressource Kunst – Die Elemente neu gesehen‘ wird in der Akademie der Künste und im Künstlerhaus Bethanien eine Ausstellung gezeigt, die jenen Kunstformen nachgehen will, die sich in der Nähe zur Natur begreifen, ohne bloß ökologische Muster aufzunehmen (18.6. bis 30.7. 1989). Wesentlich war eine neue künstlerische Qualität, die sich aus dem ‚alternativen Wust‘ (Pressetext) heraushebt. Initiiert wurde das Projekt von Georg Jappe. Thomas Wulffen hat mit den Ausstellungsmachern gesprochen, um Überschneidungen oder Divergenzen festzustellen.

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T.W.: Das Projekt ‚Ressource Kunst‘ begreift sich auch als ein Marktkorrektiv, Sie erwähnen das in dem Vorwort zum Katalog. Wie verstehen Sie die Ausstellung auf diesem Hintergrund?

G.J.: Das Projekt ‚Ressource Kunst‘ ist schon relativ alt und ich hätte es gerne in der documenta gesehen als Fortsetzung der Spurensicherung. Damals hatte ich allerdings noch nicht den Begriff ‚Ressource Kunst‘, aber das Künstlerumfeld. Ich wollte nicht diese üblichen Vermischungen Natur plus Kunst, ich wollte eine Art Naturallianz vorführen, wie es sich Bloch vorstellte. Einfach gesagt: Wie gehen Künstler mit ihren Materialien um, wie reflektieren sie das im Zeitalter von Recycling und diese Reflektion zum Maßstab nehmen.

T.W.: Wird in der Gestaltung der Ausstellung eine…

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