Ausstellungen: Düsseldorf · S. 343
Ausstellungen: Düsseldorf , 1987

Heinz-Norbert Jocks

Rolf Cavael

Galerie Mühlenbusch, Düsseldorf, 26.3.-9.5.1987

Rolf Cavael, der 1930 seine von Hoffnungen getragene Reise von Frankfurt nach Berlin antrat, um dort sein Glück als freier Maler zu versuchen, nutzte die Chance, den in Weimar lebenden Kandinsky, der dort Wand an Wand mit Paul Klee wohnte, aufzusuchen. Fasziniert von dem schönen Zauber der lyrischen Abstraktion, die in ihrer theoretischen Begründung das Geistige, die Seele einsetzte, hatte Cavael, geboren 1898 in Königsberg, bereits zuvor Kandinskys epochenmachendes, zur gegenstandslosen Formfarbwelt bekennendes Traktat »Über das Geistige in der Kunst« gelesen, fest überzeugt von der dort formulierten, ins Esoterische vordringenden Vorstellung einer Notwendigkeit, die im Innerlich-Wesentlichen gründe, wonach eine introvertierte, im engen Bündnis mit der Seele stehende Kunst erstmals imstande sei, feinere, subtilere, der diskursiven Sprache sich für immer entziehende Emotionen zu erwecken. Gewagter Blick in die geöffnete, immer neue ästhetische Abenteuer versprechende Welt freigelegter Emotionen, die jenseits dessen lag, was als das Sichtbare, vom Alltagsauge längst durchforschte, mit Begriffen erfaßte und in einen systematischen Zusammenhang gepreßte Gegenstandswirklichkeit den Ton angab. Gefordert wurde also eine »Kunst für die Kunst«, die sich als ein Verrichten der innerlichen Klänge verstand und der eine weckende, ja prophetische Kraft eignet. Diese erwünschte Kunst, von deren Anwälten behauptet wird, sie verfügten über eine geheimnisvoll eingepflanzte Kraft des »Sehens«, galt als wesentlicher Teil eines geistigen, auf Erkenntnis gerichteten Lebens. – Soweit die verknappende Zusammenfassung wesentlicher Gedanken eines Traktats, dessen Einfluß auf Cavael (der übrigens Malverbot erhielt und unter den Nationalsozialisten nach Dachau deportiert wurde) nachvollziehbar wird, sieht man die Ölbilder aus…

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