Ausstellungen: Salzburg · von Stephan Maier · S. 383
Ausstellungen: Salzburg , 2010

Stephan Maier

Roman Ondák

»Before Waiting Becomes Part of Your Life«

Salzburger Kunstverein, 23.09.2010 – 28.11.2010

Der Himmel kann es, das Leben sowieso und Indien unter ganz anderen Umständen vermutlich auch; in jüngster Zeit haben sich Peter Hein und seine allabendlich vorgeführten Gehilfen Wladimir und Estragon um eine längst überfällige Ehrenrettung verdient gemacht, wie der zugegeben lückenhafte Bestand einer beliebigen Bücherei, ihrerseits Hort und Hölle des mit bedarfsorientierter Tagesfreizeit bedachten Mitmenschen, verrät: Warten zählte und zählt, bevorzugt in den unwegsamen Niederungen einer pover, karg, arm und ärmlich, mitunter armselig daherkommenden Kunst und Kultur, zu den immer wieder erklingenden Evergreens, den Kalauern und Gassenhauern einer bulimischen Ästhetik der eleganten Enthaltsamkeit. Des Entzugs im nicht uncharmanten Rückzug und einer noblen Entsagung als Enthüllung von Mangel und Manko, Wesen und Bedürfnis. Als Metapher für Vielerlei und sowieso, erstarrtes Stand-Bild und aufrechte Haltung, Lebens-?und Leidensform fernab von Sinn und Sinnlichkeit, dafür aber mit einem standhaft eingeforderten Quantum Hoffnung und Verheißung. Wohl oder übel.

Als Grunderfahrung des gut und gerne geduldeten Anstehens, bis man ansteht und die Maschine zum Stehen kommt. Warten – die Ausdehnung der inneren Leere. Und eine Ablösung von jedem möglichen Event oder einem Ereignis, das als Besonderung unversehens unverhohlene Bedeutung gewinnen könnte. Als hinge man im leeren Raum, gleich weit entfernt von jeder wirklichen Handlung, gehalten durch magnetische Kräfte von grässlicher Gewalt. Oder, existenzialistisch gesprochen: Das Menschenwesen – in Schlangen gereiht, geworfen – enttarnt sich in seiner jämmerlichen Daseinsform zwischen dumm herumstehen und cool abhängen. Ob dann doch noch ungefähr fast nichts passiert und bis…

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