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Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 341 - 342
Ausstellungen: Berlin , 1994

Peter Funken
Roman Opalka

»OPALKA 1965/1-?«
Nationalgalerie, Berlin, 8.4 – 26.6.1994

Der Pole Roman Opalka (*1931) gehört zu den Ausnahmeerscheinungen der Kunst des 20. Jahrhunderts. 1965 – damals lebte Opalka in Warschau – begann er mit dem absoluten, die eigene Lebenszeit radikal integrierenden Konzept OPALKA 1965/1-à, das mittlerweile auf 180 als „Details“ bezeichnete Bilder, Foto- und Tondokumentationen angewachsen ist. Seine Arbeits- und Daseinsmethode beschreibt der Künstler, wenn er sagt:“In meiner Haltung, die ein Programm für mein Leben ist, wird der Prozeß der Arbeit durch eine Progression, die zugleich Zeit dokumentiert und definiert, festgehalten. Wichtig ist für mich das Entstehungsdatum des ersten „Details“ im Jahr 1965, aus dem das ganze Werk folgt. Ich schreibe, male fortlaufend Zahlen von 1 bis unendlich mit einem Pinsel, mit weißer Farbe auf grauem Grund, der auf jedem folgenden „Detail“ circa 1% mehr Weiß haben wird. So arbeite ich auf den Zeitpunkt hin, an dem Weiß auf Weiß stehen wird. Jedes „Detail“ wird auf einem Tonband und einer photographischen Aufnahme meines Gesichts begleitet.“

Die Ausstellung in der Nationalgalerie belegt die radikale Konsequenz Opalkas anhand von 26 „Details“, zahlreichen Portraitfotos und Bandaufnahmen. In Vitrinen sind außerdem „Reisekarten“ – Zahlenreihungen auf Papier, die Opalka bis 1993 schuf – ausgestellt, und eine Anzahl Pinsel, von denen er pro „Detail“ einen verwendet. Um sein Vorhaben, die völlige Auflösung des weißen Zahlennotats im stetig heller werdenden Bildgrund, zu realisieren, arbeitet der Künstler täglich 12 Stunden. Er wird sein Konzept der Darstellung gegen unendlich laufender Zahlen bis zu seinem Lebensende fortführen und nach circa weiteren…



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