Ausstellungen: Berlin , 2017

Scores

Musikwerke Bildender Künstler: Saâdane Afif, Christian Marclay, Ari Benjamin Meyers, Jorinde Voigt

Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart 28.10.2016 – 13.11.2016
von Ronald Berg

Neben der akustischen gibt es in der Musik auch eine optische Sphäre, die jedem Konzertgänger sofort aufgeht, sofern er sehen kann. Doch darüber hinaus existiert noch eine geistige Ebene. Sie ist – philosophisch gesprochen – aufgehoben in der Partitur. Vier solcher Partituren, englisch „Scores“, waren das Thema der gleichnamigen Ausstellung im Hamburger Bahnhof. In allen vier Fällen handelte es sich um „Musikwerke Bildender Künstler“. Diese Scores sahen zwar ganz anders aus als die übliche Notenschrift, erfüllten aber den gleichen Zweck. Das zeigten die Konzerte vor Ort, bei denen Musiker aus den Scores Töne, Klänge und manchmal durchaus so etwas wie Musik machten.

Die nur zweiwöchige Schau war eine Kooperation des Hamburger Bahnhofs mit dem Berliner Verein der „Freunde Guter Musik“ und konnte vor allem deshalb überzeigen, weil hier eine künstlerische Praxis thematisiert wurde, die in der Musikwelt allgegenwärtig ist, aber für die bildende Kunst immer noch Neuland bedeutet. Denn die Existenz einer Partitur bedeutet ja, dass das eigentliche Werk sich als Ereignis realisiert und dabei auf Interpreten angewiesen ist.

Buchstäblich als Verwischen der Grenzen zwischen den Sparten der Kunst kann man Ari Benjamin Meyers Werk „Who’s afraid of Sol La Ti?“ verstehen. Als einer der vier beteiligten Künstler bei den „Scores“ ist Meyers bereits in seiner Person uneindeutig, da er als Komponist und Dirigent ausgebildet ist, seine Arbeiten aber auch im Kunstkontext auftauchen. Meyers hatte in der Ausstellung 49…


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