Ausstellungen: Berlin · S. 364
Ausstellungen: Berlin , 1989

Thomas Wulffen

Sculpture de chambre

Neuer Berliner Kunstverein

Natürlich, es ist eine schöne Ausstellung, wer wollte es bestreiten. Nur den ewigen Nörgler mag angesichts der Tatsache, daß die Ausstellung ihren Ursprung in einer italienischen Galerie hatte, ein gewisses Magengrimmen überkommen. Aber er wird sich angesichts der Namen, die an der Schau beteiligt sind, schnell eines Besseren belehren lassen, denn wo kann man in Berlin schon solche Namen hören: Giovanni Anselmo, Jonathan Borofsky, Georg Jiri Dokoupil, Giulio Paolini, Meret Oppenheim, um nur einige zu nennen. Die Leitung des Neuen Berliner Kunstvereins wird sich gedacht haben, lieber zwanzig auf einen Streich als einen irgendwann. Schließlich ist die Kammerskulptur, um die es sich in diesem Falle handelt, ja schön anzusehen und sie bedarf keines großen Raumes, so kann man dreißig davon in einen Raum stellen und bietet dem Besucher noch Platz, dazwischen hin und herzuwandern. Und natürlich genießt es der Berliner Kunstfreund, in nuce die Möglichkeiten zeitgenössischer Skulptur vorgeführt zu bekommen. Was wäre denn die Funktion eines Kunstvereines, wenn sie sich nicht darauf konzentrieren würde, ihre Besucher über Tendenzen zeitgenössischer Kunst zu unterrichten. Schließlich verfolgt man in den Räumen am Kurfürstendamm schon seit langem dieses Ziel, auch wenn es von mal zu mal Ausrutscher gibt und die zeitgenössische Kunst mehr der Berliner Landschaft entstammt (und ihr verdankt) als aus Westdeutschland oder gar dem Ausland. Umso begrüßenswerter ist die Ausstellung der Kammerskulpturen, schlägt sie doch einen weiten Bogen von Italien aus zur Schweiz und nach England, um am Ende in den Vereinigten Staaten zu landen. Nein, da…

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