Gespräche mit Künstlern · von Friedemann Malsch · S. 190
Gespräche mit Künstlern , 1988

George Condo:

…sein eigenes Ding durchziehen

Ein Gespräch von Friedemann Malsch

Der amerikanische Maler George Condo, geb. 1957, lebt überwiegend in Paris. Seine von stilistischen Moden freie künstlerische Entwicklung hat ihn zu einem individuellen, in seinen Arbeiten ausgesprochen originellen und eigensinnigen Künstler werden lassen. Im Zuge des rasch wachsenden Interesses an den Künstlern der New Yorker East Siele zu Beginn der 80er Jahre nach Europa gekommen, zog er sich bald in die Metropole des 19. Jahrhunderts zurück. Sein außerordentlich ernsthaftes Interesse an frühen Epochen der abendländischen Kunst hat ihn schnell von den auf breite Öffentlichkeit zielenden Ansätzen seiner East-Side-Kollegen entfernt. Malerisch entwickelte er zunächst einen präziösen Manierismus, der mit surrealistischen und folkloristischen Elementen durchsetzt war. Mit diesen Bildern trat er auch in der BRD zunächst auf („Nouveau Bohème „, Köln 1984; „Künstliche Paradiese „, Essen/München 1985), und seine Rezeption erfolgt noch immer in dieser Richtung. Parallel dazu entstanden oberzunehmend abstraktere Bilder, in denen Condo eine eigene Ikonografie entwickelte: quasi-kubistischer Bildaufbau verbindet sich mit einer Welt, die von Insekten bevölkert wird. Das Bild entsteht in einem mehrfach gebrochenen Arbeitsprozeß, dem nicht selten auch eine zunächst mit Text beschriebene grundierte Leinwand als Basis dient. In den neueren Werkgruppen („Terrae motus“, Neapel/Paris 1985-6; „Le peintre américain du XXe siècle en Europe „, München 1987) tritt ein deutliches Interesse an der lkonografie der Renaissance und des Barock zutage.
Als bisher informativste Veröffentlichung gilt der Katalog der Einzelausstellung im Kunstverein München 1987, „Le peintre américain du XXe siècle en Europe „,1987, der ein ausführliches Gespräch des Künstlers mit…

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