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Ausstellungen: Leverkusen · von Helga Meister · S. 370 - 371
Ausstellungen: Leverkusen , 2002

HELGA MEISTER
Sven Drühl: „Die Aufregung“

Museum Morsbroich, Leverkusen, 15.1. – 10.3.2002
Museum am Ostwall, Dortmund, 6.6. – 21.7.2002

Sven Drühl (33) ist Künstler und Theoretiker. Er ist den Lesern des KUNSTFORUMs als kluger Analytiker und brillanter Diskussionsleiter aktueller Themen bekannt. „Transgene Kunst“ galt in den letzten beiden Bänden dem Komplex „Klone und Mutanten“. Er schreibt Monografien, Interviews und Rezensionen zur bildenden Kunst. Und so einer soll gleichzeitig selbst als Künstler tätig sein? Geht doch gar nicht, oder? Bei ihm schon, denn er bleibt sich treu in seinem „Job“, die Kunst zu hinterfragen.

„Die Aufregung“ nennt er seine erste Einzelausstellung in einem öffentlichen Institut, im Museum Morsbroich in Leverkusen und anschließend, als größerer Überblick, im Museum am Ostwall in Dortmund. Der Titel ist blanke Ironie über sein eigenes Tun, denn er selbst muss nun abwarten, ob seine Kreativität gewürdigt wird. Der Theoretiker, der sich über Kollegen auslässt, fühlt sich auf einmal als ein normaler Anfänger. Die „Aufregung“ steigt, denn Drühl hat zwar Kunstpädagogik und Mathematik studiert, aber keine Kunstakademie besucht. Er besitzt keine Weihen als Meisterschüler. Die Lehrjahre als Künstler verbrachte er bei Carl Emanuel Wolff, der allerdings inzwischen Professor in Dresden ist. Über ihn kam er zur Düsseldorfer Kunstszene.

Drühls Arbeiten, die teilweise schon im letzten Jahr in der Düsseldorfer Galerie Simon Spiekermann zu sehen waren, riechen, schmecken und überwältigen. Sie sind so frisch, dass sie den Atem rauben. So dahingerotzt, windschief, unperfekt und ironisch, als seien sie aus dem Geist eines Martin Kippenberger entstanden. Sie bestehen aus Silikon, Öl- und vor allem…


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