Titel: Die Zukunft des Körpers I , 1995

Keisuke Oki

Synchronizität im Computerzeitalter

»Dort glaubt jedermann an Geister, hier glaubt jedermann an Vitamine.« (C.G. Jung)

Einige Nächte bevor meine Mutter an Krebs starb, schmerzte mein Rücken auf unerträgliche Weise. Der Schmerz schien aus meiner Wirbelsäule zu kommen. Zu dieser Zeit wußten weder meine Muter noch ich, daß sie Krebs hatte und daß ihr Rückgrat davon betroffen war. Mir ging es gesundheitlich ziemlich gut und es gab keinen Grund, daß ich an diesem Schmerz litt. Eines Tages erzählte mir mein Vater, daß meine Mutter an Krebs erkrankt sei. Ich glaubte ohne jeden Zweifel, daß der Schmerz, den ich in jener Nacht empfand, von meiner Mutter „gesendet“ worden war.

Ich habe mich schon lange Zeit für Synchronizität interessiert. Mein Interesse ist jedoch nicht im psychoanalytischen oder okkulten Denken begründet, sondern ich war ganz im Gegenteil daran als Funktion des Gehirns und aus der Perspektive interessiert, Synchronizität zu programmieren.

Im Bereich des Künstlichen Lebens scheinen sich die Experimente noch auf einer sehr frühen Stufe zu befinden, auf der Lebensformen wie Insekten oder Amöben entstehen. Ist Synchronizität das Ergebnis des evolutionären Prozesses, wenn das Überleben des Tauglichsten die erste Regel in der Natur ist? Oder stimmt es, daß die Menschen bereits den Instinkt, die Inspiration und die Voraussicht verloren haben, die den Tieren angeboren sind? Andererseits versucht die KI-Forschung die kognitiven Funktionen und das Begriffsvermögen des Geistes, also das menschliche Reaktionsmuster auf die Umwelt, herauszuarbeiten. Es gibt aber für uns noch immer einen großen Spielraum, Kognition zu verstehen, die auf den fünf Sinnen beruht.

C.G. Jung glaubte, daß…

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