Ausstellungen: St. Gallen · S. 286
Ausstellungen: St. Gallen , 2014

Dominique von Burg

The Darknet

»From Memes to Onionland. An Exploration«

Kunst Halle St. Gallen, 11.10.2014 – 11.1.2015

Der Ruf des Darknets ist miserabel und verkörpert angesichts von Fortschrittsverdrossenheit und Zukunftsangst alle unsere Vorurteile, die wir gegenüber dem Internet haben können. Etwa, dass in diesem digitalen, rechtsfreien Raum Drogen, Waffen, Kinderpornographie und urheberrechtlich geschützte Daten und Werke erhältlich sein sollen. Jedenfalls ist im sogenannten Darknet, auch Deepweb oder Onionland genannt, alles vorhanden, was Google nicht finden kann. Nutzer können in völliger Anonymität surfen und sich austauschen. Das Netzwerk ist weder mit Suchmaschinen verlinkt, noch überwacht und für konventionelle Browser unerreichbar. Über 2,5 Millionen Menschen benutzen es weltweit täglich. Andererseits ist es auch ein scheinbar machtfreier Raum, dessen Potenziale noch wenig bekannt und noch weniger genutzt sind. Ist es wirklich ein dunkler Ort, wo Abgründiges hemmungslos und völlig amoralisch ausgelebt werden kann und ein Ort für kriminelle Machenschaften? Diesen Fragen und den damit zusammen hängenden Phänomenen geht nun die Ausstellung „The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration“ nach.

Im Foyer wird der Einstieg ins Darknet mit einem Tor-Browser bereitgestellt. In diesem Netz im Netz ist man dank eines nicht rückverfolgbaren Zugangs zum Internet unsichtbar, ganz im Gegensatz zum überwachten Google-Land. Der Preis der Anonymität ist indessen eine langsame Verbindung. Allerdings stellen sich in einem anonymen Raum in Unkenntnis des Gegenübers und der Verifizierbarkeit die Fragen nach der Vertrauensbildung und der Möglichkeit der Verschlüsselung. Der Kurator Giovanni Carmine argumentiert zu Recht, dass „Unsichtbarkeit einerseits ein problematisches Hindernis, aber gleichzeitig auch eine nützliche Strategie sein kann“….

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