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Ausstellungen: Krefeld · von Marcus Lütkemeyer · S. 311 - 313
Ausstellungen: Krefeld , 2008

Marcus Lütkemeyer
Twist in my Sobriety

Zidanes Melancholie
Kaiser Wilhelm Museum Krefeld, 18.5.-27.7.2008

Fragen zur Zukunft des Museums bewegen die Gemüter seit Jahren, nicht zuletzt da das Abwandern institutionell gehegter Privatsammlungen Richtung nervöser Kunstmärkte den musealen „Ausverkauf“ prophezeit hatte. Zudem folgen Sammler vermehrt ihren eigenen Präsentationsansprüchen und lassen sich prominent frisierte Schauräume erdenken, wogegen öffentliche Kulturzonen bisweilen an den Gestaltungswillen deutscher Kleingartenanlagen erinnern. Tatsache hinter aller Polemik bleibt: Die Phänomene sind nicht virtuell, sondern ragen massiv in den Alltag, weshalb man sich zu ihnen auch ganz gegenwärtig verhalten sollte – zumindest so lange das Museum sich seiner beiden Fanblöcke sicher weiß: Publikum und vor allem Künstler, die zugleich als Akteure auf dem Spielfeld stehen. Umso erstaunlicher, dass die Neuverortungsdebatten musealer Identität künstlerische Auseinandersetzung oft ausklammern. Aus diesem Anlass hat nun das deutsch-niederländische Kuratorentandem Konstantin Adamopoulos und Holger Nickisch, beides Teilnehmer der Kuratorenplattform , sieben junge internationale Künstler eingeladen, sich mit der besonderen Situation des Kaiser Wilhelm Museum Krefeld zu konfrontieren. Hatte bereits andere Häuser der Region mit ungewöhnlichen künstlerischen Interventionen erprobt, etwa das Museum X in Mönchengladbach, das Kurhaus Kleve oder das Kröller-Müller Museum Otterlo, gilt das Krefelder Museum als Modellfall, könnten doch der unerwartete Abzug einer renommierten Privatsammlung und die bevorstehende Renovierungspause einen Abstieg in der Kulturliga einleiten. Dagegen setzen die beiden Kuratoren auf bestehende Potentiale, wie die hauseigene Sammlung oder die zentrale Lage des historischen, als Kaiser-Denkmal geplanten Gebäudes und sehen die kommende Auszeit zwecks Umbau als ideale Zäsur zur Revision und vorausschauenden Perspektive. Entsprechend allegorisch ist der Titel…



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von Marcus Lütkemeyer

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