Kunstforum-Gespräche · von Thomas Wulffen · S. 376
Kunstforum-Gespräche , 2004

ÜBER GEFÜHL UND VERNUNFT ODER DESCARTES IRRTUM

THOMAS WULFFEN IM GESPRÄCH MIT ISABEL CARLOS, LEITERIN DER SYDNEY BIENNALE 2004

Die Biennale von Sydney gehört zu den wichtigsten Kunstereignissen, vergleichbar nur noch mit der Biennale Venedig und der Biennale von Sao Paulo. Im Jahre 1973 gegründet, entwickelte sich die Biennale von einem lokalen Ereignis zu einem weltweit beachteten Kunstfestival. Schon die Nominierung des Leiters, der Leiterin stößt auf ein großes Interesse, weil es die Perspektiven deutlich werden lässt. Das zeigte sich auch bei der Nominierung der portugiesischen Kuratorin Isabel Carlos für die Sydney Biennale 2004. Als ausgewiesene Fachfrau für die peripheren Bereiche internationaler Kunst und erfahrene Kuratorin folgte sie dem Künstlerkurator Richard Grayson, verantwortlich für die Biennale von 2002. Mit einem starken thematischen Hintergrund, der sich auf Untersuchungen des Neurologen António Damásio bezieht, erweiterte sich die gewohnte Perspektive für eine Kunstausstellung. In seinem Buch ,Descartes Irrtum‘ liefert er Belege dafür, dass die Trennung zwischen Gefühl und Vernunft nicht mehr zu halten. ,Reason Emotion‘ bildet dann auch das Thema der diesjährigen Biennale von Sydney, die am 4. Juni eröffnet und bis 15. August dauert. Fünfzig Künstler aus allen Erdteilen werden an der Ausstellung teilnehmen. Weitere Informationen finden sich unter http://www.biennaleofsydney. com.au/.

Thomas Wulffen traf Isabel Carlos auf dem Berliner Art Forum, das zu einer öffentlichen Diskussion mit internationalen Biennale-Leiterinnen, unter ihnen Ute-Meta Bauer (Biennale Berlin) und Marta Kuzma (Manifesta5) eingeladen hatte, unter der Diskussionsleitung von Thomas Wulffen.

Thomas Wulffen: Von einem eurozentristischen Standpunkt aus ist die Sydney Biennale sehr weit weg. Das ist ein Nachteil, aber…

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