Ausstellungen: Düsseldorf/Zürich , 1990

Maria Kreutzer

Um 1968 – konkrete utopien in kunst und gesellschaft

Kunsthalle, 27.5. – 8.7.1990

Museum für Gestaltung, Zürich, September – November 1990

Um 1968 – konkrete utopien in kunst und gesellschaft“ findet unter dem Vorzeichen einer engen Verknüpfung von Kunst und Zeitgeschichte statt. Indem Marie-Luise Syring als Ausstellungsorganisatorin präzisiert, der Absicht der Ausstellung käme solch eine wie politische Druckgrafik in den Vereinigten Staaten oder Pariser Maiplakate ihrer Intention näher als beispielsweise „Brennpunkt“ (Kunstmuseum Düsseldorf 1987) oder „die 60er Jahre“ (Kölner Kunstverein 1986), überwiegen politische Implikationen künstlerischen gegenüber. Er bleibt jedoch in gewisser Weise unspezifisch, da die enge Verbindung von Kunst und Zeitgeschichte als allgemeine Definition jedem gelungenen Einzelwert mehr oder minder offensichtlich zugrundeliegt. Allerdings gingen gerade um ’68 politische Formen und Haltungen in einem nie gesehenen Ausmaß in die künstlerischen Prozesse ein wie auch umgekehrt die Protestbewegung bewußt oder unbewußt von künstlerischen Elementen inspiriert und durchdrungen war.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Themenschwerpunkte: 1. Der Duchamp-Konflikt, 2. Trauer und Protest, Heldenbilder und Satire, 3. Der Traum der herrschaftslosen Sprache, 4. Wunschökonomie – Mikrozellen der Emanzipation.

Duchamps Kunst und Verhalten erweckte in den 60er Jahren erneut Interesse. Es bot den Nullpunkt, von dem aus sich das Autonomieverständnis der Kunst und ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft neu aufrollen ließ. An seiner Person entzündeten sich Vorlieben und Abwehren. Lehnte Ad Reinhardt Duchamp ab, so war er für John Cage so wichtig wie James Joyce und Eric Satie. Bemerkenswerterweise artikulieren beide ihre Antipathie bzw. Sympathie auf diesem völlig entgegengesetzten Hintergrund in sehr ähnlichen Worten (s. hierzu B. Buchloh…

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