Titel: Social Design · von Louise Schouwenberg · S. 104
Titel: Social Design , 2011

DENKRAUM II: Utrecht Manifest. Biennale für Social Design.

Louise Schouwenberg / Gert Staal

URGENT METHODS

Warum Design? Die Poldermentalität und die niederländische Design(-Ausbildung)

Niederländische Designer haben sich aufgrund ihrer unkonventionellen Denkweise in einem Fachbereich, dessen Charakter von Natur aus dienstleistend ist, weltweit einen Namen gemacht. Begriffe wie „Autorendesign“, „autonomes Design“, „freie Gestaltung“ und „bildende Gestaltung“ könnte man als typisch niederländische Begriffe bezeichnen. Sie weisen auf den mit der bildenden Kunst verwandten Charakter von Dutch Design hin. Grafikdesigner zogen schon in den 70er Jahren durch Entwürfe, die eine große Rolle für den Designer als Autoren hatten, die internationale Aufmerksamkeit auf ihre professionellen Mitstreiter. Ein Maler wie Gert Dumbar, ein Dichter wie Karel Martens, ein politischer Aktivist wie Jan van Toorn: sie verkörpern zwar ganz unterschiedliche Herangehensweisen in puncto Autorentum, aber es ist ihnen allen voll Überzeugungskraft gelungen, der Rolle des Telegrafen zu entrinnen, die seit dem frühen 20. Jahrhundert mit dem Grafikdesign verknüpft wird. Für die Designer, die im Anschluss von van Toorn (Rietveld Akademie, Jan van Eijck Akademie), Martens (Akademie für Bildende Kunst Arnheim, Werkstatt Typografie), Dumbar (Royal College of Art) und Konsorten ausgebildet wurden, war Neutralität keine wünschenswerte Einstellung bei der Ausübung des Faches als Grafikdesigner. Der Designer betrachtete den Auftrag – und somit seinen Auftraggeber – höchstens als eine Bedingung für den persönlichen Ausdruck, und in vielen Fällen eher als einen korrumpierenden Faktor für die eigentliche Bedeutung des Entwurfs.

Bei dem Produktdesign dauerte es länger, bis die gleiche Haltung Terrain gewann. Aber sobald dies dann einmal erfolgte, war der Impact mindestens ebenso groß….

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