Titel: 49. Biennale von Venedig · von Susanne Boecker · S. 200
Titel: 49. Biennale von Venedig , 2001

Israel

Uri Katzenstein

Kommissar: Michael Gov

Kurator: Yigal Zalmona

Stellvertretender Kommissar: Arad Turgeman

Öffentlichkeitsarbeit: Noemi Givon

Im Eingangsbereich des israelischen Pavillons wird der Besucher mit einer puppenähnlichen Truppe kahlköpfiger Wesen konfrontiert: Die Geschöpfe mit identischen Gesichtern, aber weiblichen und männlichen Körpern stehen in Kübeln mit Grünzeug und scheinen mitten in ihren Bewegungen erstarrt. Eine eigentümlich bedrohliche Stimmung geht von dieser Gruppe aus – so, als „hinge etwas in der Luft“ (was es auch tut, denn eine der Gestalten hängt tatsächlich an einem Griff von der Decke). Das Ganze ist eine Art „Einstimmung“ auf die von Sound untermalten Videoinstallationen im Inneren des Pavillons. Hier führt Uri Katzenstein (Jg. 1951) seine beklemmenden Visionen ritueller Handlungen zwischen Menschen in theatralischen Umsetzungen fort. Die in pantomimischer Körperbetontheit inszenierten aggressiven, mystischen oder auch bizarren Szenen präsentiert er auf raumfüllenden Projektionsflächen. Katzenstein, der als Bildhauer, Performance-Künstler, Filmemacher und Musiker arbeitet, führt in dieser Schau die verschiedenen Disziplinen zu einem auf die verschiedenen Ebenen des Gebäudes verteilten Gesamtkunstwerks zusammen. Der akustische Teil wurde in Kooperation mit Ohad Fishof und Noam Halevi erarbeitet. In den ersten Tagen der Biennale wurde auch eine auf das Gesamtprojekt bezogene Performance aufgeführt. SB

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von Susanne Boecker

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