Ausstellungen: Berlin , 2011

Thomas Wulffen

Victor Burgin: A place to read

Galerie Campagne Premiere, Berlin, 29.4.- 11.6.2011

Vielleicht lässt sich die digitale Kunst und Technik auch als ein konkretes Erbe der konzeptuellen Kunst verstehen. Das legt eine Ausstellung nahe, die eine neue Arbeit von Victor Burgin vorstellt. Victor Burgin gehört zu der ersten Generation konzeptuell arbeitender Künstler, die allerdings nicht so im Vordergrund standen wie Joseph Kosuth oder Lawrence Weiner. Diese Tatsache aber spricht eher für Burgin als gegen ihn. Die Ausstellung selbst in der Galerie Campagne Premiere ist ein großartiges Beispiel für eine zeitgenössische konzeptuelle Kunst, die sich ihrer Wurzeln bewusst ist und bleibt. In diesem Sinn antwortet die Ausstellung auf jenen selbstkritischen ersten Satz im Buch ‚Work and Commentary’: „It is possible to act in a accordance with a conceptual system while remaining unaware of it existence as a system susceptible to human revision.“ (Ist es möglich in Abstimmung mit einem konzeptuellen System zu handeln, ohne dass man sich nicht bewusst wird, dass seine Existenz als System empfänglich ist für eine Überarbeitung durch Menschen. Übersetzung thw)

Die Ausstellung zeigt sich zweigeteilt, aber damit übernimmt sie auch die Raumaufteilung der Galerie selbst. Der Eingangsbereich ist schmal, aber die Ausstellungsflächen sind wohl proportioniert. Im ersten Raum sieht der Betrachter einen digitalen Film im Loop, der anlässlich des Kulturjahres als ‚Europäischen Kulturhauptstadt’ in Istanbul entstand. Gezeigt wird das Kaffeehaus ‚Taslik Kahve’, erbaut Mitte des vorigen Jahrhunderts von Sedad Hakki als eine Synthese aus ottomanischen Stil und der Moderne des 20. Jahrhunderts. Ende der achtziger Jahre…

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von Thomas Wulffen

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