Biennalen: Bonn · von Martin Seidel · S.
Biennalen: Bonn , 2009

Martin Seidel

Videonale 12 – Festival für Zeitgenössische Videokunst

Kunstmuseum Bonn, 26.03. – 26.04.2009

Wie das vierzig Jahre alte Medium ist die Videonale selbst längst groß geworden und reif. Die lange anhaltenden avantgardischen Anfänge mit studentischen Improvisationen und dem Credibility-Charme der Unvereinnahmbarkeit sind Geschichte. Aus der 1984 in Bonn gegründeten, bis zu ihrem Umzug ins Bonner Kunstmuseum (2004) im Bonner Kunstverein stattfindenden Videonale ist ein international renommiertes Festival geworden. 43 Arbeiten aus 1445 Einsendungen, die aus nicht weniger als 74 Ländern stammen, sind ein deutlicher Beleg für die Attraktivität dieser Bestandsaufnahme und Leistungsschau, an der in diesem Jahr besonders stark die Jahrgänge 1979–1981 vertreten sind. Aber auch etablierte Künstler beteiligten sich an dem Wettbewerb. Die von der Jury – Katja Albers (Kuratorin in Dresden), Katja Davar (Künstlerin London/Köln), Melanie Bono (Direktorin des Aachener Kunstvereins), Ben Harman (Kurator der Gallery of Modern Art in Glasgow), Kati Simon (Kuratorin der Mücsarnok Kunsthalle in Budapest) sowie Georg Elben (Videonale–Leiter) – getroffene Auswahl demonstriert, dass „Videokunst“ auch die letzten verbliebenen Exaltiertheiten abgeschüttelt und sich vom Zwang befreit hat, die technischen Errungenschaften und Möglichkeiten um ihrer selbst willen herauszustellen. Keine klassischen Videokünstler mehr sind am Werk, sondern häufig Künstler, die auch Zeichner, Maler, Bildhauer oder Performer sind und das Video als eines von mehreren Medien und Ausdrucksmöglichkeiten gebrauchen.

Vielfalt ist das erklärte Ziel der von Georg Elben geleiteten Videonale. Zwei Bedingungen nur gab es für die Teilnahme. Erstens keine Installationen, sondern nur Single-channel-Arbeiten, zweitens durften die Wettbewerbsbeiträge nicht älter als zwei Jahre sein. Ansonsten konnte jeder, der Interesse…

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