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Biennalen: Videonale Bonn · von Christiane Fricke · S. 412 - 412
Biennalen: Videonale Bonn , 1994

Christiane Fricke
Videonale 6

Bonner Kunstverein, 13. – 18.9.1994
ifa-Galerie, Bonn, 14.9.1994

Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien,16. – 18.9.1994
Kunstmuseum Bonn, 13. – 18.9.1994

Wenn der Feind seine Truppen konzentriert, verliert er an Terrain – wenn er ausschwärmt, verliert er an Schlagkraft“. In prekärer Finanzlage ist die Bonner Videonale, Deutsch-lands ältestes und angesehenstes internationales Videofestival, dem taktischen Lehrsatz des nordvietnamesischen Generals Giap gefolgt. Sie hat allen Schwierigkeiten zum Trotz ein Festival auf die Beine gestellt, das seiner Aufgabe, jüngste Entwicklungen und Tendenzen der Videokunst vorzustellen, gerecht wurde. Um dieses Ziel zu erreichen, mußte auf ein ambitioniertes Begleitprogramm, das der Feier ihres zehnjährigen Bestehens würdig gewesen wäre, verzichtet werden.

Die aus der Not geborene Beschränkung ist vor allem im Hinblick auf eine Zielgruppe zu bedauern, die in Bonn dank einer ausgezeichneten alternativen Kinokultur gut zu mobilisieren ist: Das nicht spezifisch orientierte, überwiegend jüngere, studentische Publikum mit Informationsbedarf. In diese Richtung hätte sich das Kunstmuseum Bonn, das mit seinem „Videozentrum Ingrid Oppenheim“ die umfangreichste museale Videotapesammlung bewahrt, stärker einbringen können. Dem ebenfalls zahlreich erschienenen Fachpublikum wurde hingegen eine Menge Lauferei erspart. So konnte man sich mit Gelassenheit dem mit 103 Bändern gut bestückten Wettbewerbsprogramm hingeben, sich in Ruhe auf die am Ort des Geschehens ausgestellten Installationen und Skulpturen einlassen oder der Bonner Entwicklungswerkstatt für Computermedien einen Besuch abstatten.

Die Mehrheit der im Kunstverein ausgestellten Arbeiten entstand an den neu gegründeten Medienhochschulen in Deutschland. Carvien Shius und Dieter Sellins interaktive Computerinstallation „Hydrops“ (1994) verwickelt den Betrachter in einen zufallsgesteuerten Kreislauf aus tropfendem Wasser, Sensoren, drei als Tropfenfänger umfunktionierten Monitoren…




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von Christiane Fricke

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