Gespräche mit Kunstvermittlern: Biennalen: Seoul · von Birgit Mersmann · S. 430
Gespräche mit Kunstvermittlern: Biennalen: Seoul , 2000

Von der analogen zur
digitalen Kunst

Birgit Mersmann sprach mit Prof. Misook Song, Hauptkuratorin des Ausstellungsprojektes »media_city seoul 2000«

Misook Song ist Professorin für Kunstgeschichte an der Sungshin Women’s University in Seoul. Seit 1991 steht sie als Präsidentin der Koreanischen Gesellschaft für westliche Kunstgeschichte vor. Daneben ist sie stellvertretende Direktorin des Samsung Museum of Modern Art in Seoul. 1999 war sie auf der Biennale in Venedig für den koreanischen Pavillon verantwortlich.

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Birgit Mersmann: Wie kam es zu der Idee, zusätzlich zur bereits in Korea existierenden Kwangju-Biennale, einer der wichtigsten Kunstschauen für internationale zeitgenössische Kunst in Ostasien, noch eine zweite internationale Kunstbiennale in der Hauptstadt Seoul zu starten? Welchen Akzent setzt die Seouler City-Biennale im Gegensatz zur Kwangju-Biennale?

Mi-Sook Song: Anlässlich der Jahrtausendwende wollte die Stadt Seoul unbedingt etwas für ihre Bürger tun, ein Festival veranstalten, das den Beginn der neuen Ära einläuten sollte. Mit dem Thema „Medien“ konnte man die Seouler City-Biennale nicht nur deutlich von der Kwangju-Biennale als reinem Kunstfestival abgrenzen, sondern auch den rapide sich verändernden Zeiten im Medienzeitalter ein Zeichen setzen. Zeitliche und räumliche Grenzen existieren nicht länger, mit Hilfe des Internets kann jeder von überall aus mit jedem Menschen auf dieser Erde kommunizieren.
Getragen wurde das Ausstellungsprojekt von drei Grundpfeilern: der Multimedia-Industrie, der Multimedia-Technologie und der Multimedia-Kunst. Das Organisationskomitee versuchte diese drei verschiedenen Sektoren miteinander zu verbinden und eine geeignete Präsentationsform für das Zusammenspiel von Kunst und Technologie zu finden. Der Industriesektor stellte die Hardware zur Verfügung, der Sektor der Informationstechnologie die Software und die Kunst den Wettbewerbsartikel.

Wurde die Biennale…

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