KUNSTFORUM Serie: Shifting Spaces · von Max Glauner · S. 315
KUNSTFORUM Serie: Shifting Spaces ,

Wu Tsang

Radikale Selbst-Entwürfe

Die Uraufführung von Composition I, des Kollektivs „Moved by the Motion“ (Wu Tsang, boychild, Josh Johnson, Asma Maroof, Patrick Belaga) am 22. Januar 2020 läutet eine Trilogie und eine neue Ära am Schauspielhaus Zürich ein.

Die die US-amerikanische Performanceund Videokünstlerin Wu Tsang ist mit ihrem Kollektiv Moved by the Motion mit der neuen Intendanz festes Ensemblemitglied des Zürcher Schauspielhauses. Sie steht für das Programm des neuen Leitungsduos Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg das althergebrachte Stadttheater zu hinterfragen und neu aufzustellen. Berührungsängste zur Bildenden Kunst kennt man in Zürich nicht. Aber die Latte ist hochgelegt.

Von einer Kriegserklärung zu sprechen, wäre übertrieben. Doch eine Kampfansage ist es schon. Im Zürcher Kasernenareal fährt schweres Geschütz auf, Wu Tsang, eine der angesagtesten Performance- und Videokünstlerinnen, die die nervöse Kunstszene derzeit zu bieten hat. Sie wird bis in den Sommer 2020 mit ihrem vierköpfigen Kollektiv Moved by the Motion im Auftrag des neuen Leitungsduos des Schauspielhauses Zürich, Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg, die Theater-Trilogie, Composition I–III, entwickeln. Das bietet Sprengstoff und das gleich in zweierlei Hinsicht.

Das liegt zum einen an der Institution Theater, zum anderen am Ort, dem Kasernenareal. Beginnen wir mit dem zweiten: Nach dem rechten Zürich-Putsch 1831 ließ die liberaldemokratische Stadtregierung das weitläufige Militärgelände als demonstratives Zeichen ihres Macht- und Ordnungswillens errichten. Die Stadtpolizei ist dort im Hauptgebäude heute noch untergebracht, während die linksalternative Szene die ehemaligen Zeughausgebäude in Beschlag genommen hat – samt gut ausgestattetem Theatersaal.

Das Beharrungsvermögen der Museen und Theaterbühnen ist bis in unsere Tage groß geblieben.

Wu Tsang…

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