Ausstellungen: Berlin · von Claudia Wahjudi · S. 303
Ausstellungen: Berlin , 2002

CLAUDIA WAHJUDI

Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz

Neuer Berliner Kunstverein, 12.1. – 24.2. 2002
Hallescher Kunstverein, 7.4. – 19.5.2002

New York in Flammen, Berlin in Trümmern. Rotschwarz stehen die Wolkenkratzer der Metropole am Hudson River, schwarzrot wölkt der Himmel zwischen den Betonriesen. In Berlin dagegen klaffen Leerstellen in giftigem Grün und Gelb. Straßen schlagen Schneisen, hier klotzt Blockrandbebauung in Violett, dort ragen Hochhäuser auf, die auf Spätmoderne sozialistischer Prägung schließen lassen. Die Hauptstadt der Bundesrepublik sieht aus wie nach einem Bombenabwurf und nicht wie eine Stadt, die 55 Jahre lang versucht hat, die Schäden des letzten Krieges mit immer neuer Bauwut zu tilgen. Dabei hat Annelies Strba nichts anderes getan, als Farbfotografien von Einstellungen aus ihrem „Berliner Video“ (2000) und dem „New Yorker Video“ (2001) hinter Glas aufzuziehen. Nun ähneln diese Abzüge Röntgenaufnahmen, die verborgenen Strukturen, gleichsam das wahre Wesen der beiden Städte ans Tageslicht befördern. Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz.

Zeitgenössische Fotokunst aus der Schweiz? Annelies Strba wurde 1947 in Zug geboren. Damit enden aber auch schon die Hinweise, die unmittelbar Auskunft geben könnten über das Schweizerische der Fotokunst aus der Schweiz. Ähnlich verhält es sich mit den meisten Arbeiten, die Kurator Urs Stahel, Direktor des Fotomuseums Winterthur, für diese Ausstellung zusammengetragen hat: von Daniele Buetti, Ugo Rondinone, Katrin Freisager, Hans Danuser, Claudio Moser, Strba und Cat Tuong Nguyen. Nur bei Peter Tillessen und Marco Poloni blitzt etwas auf, das unmittelbar an den Titel rührt.

Nun ist es nichts Neues, dass Ausstellungen zu Länderkunst mittlerweile weniger thematisch motiviert sind denn von der Förderpolitik. Für…

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