Kunstforum-Gespräche , 2016

Zeitpaarungen

Ein Gespräch mit dem Sammler Désiré Feuerle anlässlich der Eröffnung des neuen Privatmuseums in Berlin

von Heinz-Norbert Jocks

Konkurrenz belebt das Geschäft und erhöht die Attraktivität der Metropole. Immer mehr private Sammler mit eigenen Showräumen zieht es nach Berlin, zuletzt Julia Stoschek. Parallel zum Galerie-Wochenende hat jetzt die Feuerle Collection in Kreuzberg ihre am Landwehrkanal ein hinter Bäumen verstecktes Museum eröffnet. Bei dem Betongebäude handelt sich um einen ehemaligen Telekommunikationsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Von dem englischen Architekten John Pawson renoviert, besteht es aus zwei Etagen. Es umfasst mehr als 6000 Quadratmeter. Eine bisher ungenutzte Etage wird einer der Schauplätze der 9. Berlin Biennale sein. Désiré Feuerle, in Stuttgart geboren, von Hause aus Kunsthistoriker, einst Galerist in Köln, heute Berater renommierter Sammlungen moderner, zeitgenössischer und asiatischer Kunst, gehört zu den Pionieren, die Gegenwartskunst, chinesische Möbel, südostasiatische Kunst, Ban Chiang Gefäße, thailändische, burmesische Keramiken und Terrakotten miteinander in Beziehung setzt.

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Heinz-Norbert Jocks: Ihre Begeisterung als Sammler bezieht sich nicht nur auf Zeitgenössisches, sondern auch auf ostasiatische Kultur. Wieso?

Désiré Feuerle: Schon früh, als Sechszehnjähriger, reiste ich mit meinen Eltern nach Asien. Dort offenbarte sich mir eine in vielerlei Hinsicht völlig andersgeartete Welt. Darin einzutauchen, war etwas Besonderes. Erst lernte ich China, vor allem Hongkong, dann Asien kennen. Damals war das etwas vollkommen Andres als heute. Fasziniert vom Reisen ins Ferne, schlug ich später eigene Wege ein.

Was für Erinnerungen sind Ihnen geblieben?

Beispielsweise Bilder aus China. Kurz nach Maos Tod, zu einer Zeit, da mehr Menschen auf Fahrrädern als Autos unterwegs waren, nahmen wir ein Taxi. Nie…

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