2002 - 162 – www.kunstforum.de
162

Über das Kanonische

„Die Kanon-Diskussion ist jedenfalls virulenter als viele sie gern hätten“, beurteilt Rainer Metzger die Lage. Marcel Reich-Ranickis „Kanon“ sei die momentan lauteste Kundgebung in einer Diskussion, die in der ... WEITERLESEN Literatur sowieso Blüten treibe. Die Fronten seien die ewig aktuellen. Dort der prinzipiell steinalte Kanoniker, der aller Lebendigkeit den Garaus macht; hier der stets jugendliche Renegat (Jungautor Thomas Hettche), der im Namen des Vitalen aufbegehrt. Doch gilt dies offenbar nicht in jenem Bereich allgemeiner Erfahrung, für den eine Publikation wie KUNSTFORUM International zuständig ist. Der Kunstbetrieb, so vielfältig er an den Dingen Anteil nimmt, die die Gegenwart umtreiben, hat sich dem Problem des Kanonischen bisher ziemlich verschlossen. Dabei fallen auch bei ihm Wertungen an und gerieren sich noch die Agnostiker unter den Kritikerpäpsten bisweilen unfehlbar. Urteile entstehen auf der Grundlage von Vorurteilen. Auch im Kunstbetrieb gibt es Kanonisierungsprozesse und -bestrebungen, und es wäre nicht der geringste Anspruch dieses Themenbandes, sie ein wenig transparent zu machen. Diejenigen, die eingeladen wurden, "Über das Kanonische" nachzudenken, hatten eine Liste von vierzehn Problembereichen und Fragestellungen zugesandt bekommen. Naturgemäß fielen die Reaktionen polyglott aus. Denn das Thema ist, um einen Titel zu nennen, den Reich-Ranicki in seinem „Kanon“ außer Acht gelassen hat, "Ein weites Feld". VERBERGEN

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