Band 254, 2018, Gespräche mit Künstlern, S. 174

Anish Kapoor

Scheitere oft, aber schnell

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Der Bildhauer Anish Kapoor, 1954 in Mumbai geboren und in London ansässig, einer der weltweit angesehensten Künstler unserer Tage, beschäftigt sich seit jeher mit der Frage des Chaos, das am Anfang von allem steht. Für ihn verweist die damit verknüpfte Unordnung auf den Leerzustand vor der Erschaffung des Kosmos. Jenen Weltzustand, da Himmel und Erde noch nicht geschieden waren. Kapoor hegt als Künstler großes Interesse für die Proto-Erfahrung der Dunkelheit. „Ich fühlte mich seit jeher von Angst- und Schwindelgefühlen, von Fallen und Hineinziehen angezogen“, so äußerte er sich einmal. „Dies ist eine Vorstellung des Erhabenen, die das Bild der Vereinigung mit Licht umkehrt. Eine Inversion. Eine Art von Inside-Out und eine Vision der Dunkelheit. Angst ist eine Dunkelheit, von der das Auge ungewiss ist, auf die sich die Hand in der Hoffnung des Kontakts dreht und in der nur die Einbildungskraft die Möglichkeit hat, zu entkommen.“  

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Autor
Heinz-Norbert Jocks

* 1955, Düsseldorf, Deutschland

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Wichtige Personen in diesem Artikel
Anish Kapoor

* 1954, Bombay, Indien

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Weitere Personen
Yves Klein

* 1928, Nizza, Frankreich; † 1962 in Paris, Frankreich

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