13. Havanna Biennale

27. März 2019 · Biennalen

Eigentlich ist die Bezeichnung „Biennale“ etwas verwirrend, denn die Havanna Biennale (12. April bis zum 12. Mai 2019) ist eigentlich eine Triennale, die letzte Veranstaltung fand 2015 mit 119 eingeladenen Künstlern statt, Haupt- und Nebenprogramme umfassten 190 Veranstaltungen. Die Organisatoren sehen sich allein schon wegen der Dimension ihrer Ausstellungen auf gleicher Augenhöhe mit der Biennale von Venedig, und die Teilnehmerliste ist dementsprechend international zusammen gesetzt. Als Gegenmodell zur Kunstschau in Venedig begriff sich die Havanna Biennale schon bei ihrer Gründung 1984, doch internationalen Auftrieb bekommt sie erst in den letzten Jahren, seit die USA noch unter der Präsidentschaft von Barack Obama mit der kubanischen Regierung weitreichende Vereinbarungen trafen, zu denen auch die faktische Aufhebung der Reisebeschränkung für US-Bürger gehört. Vom dadurch neu entfachten Touristenboom, an dem Besucher aus den USA und Kanada den größten Anteil haben, dürfte auch die jetzige Havanna Biennale profitieren. Die künstlerischen Beiträge erstreckten sich immer schon über die gesamte Stadt; Installation sind auch am Strand zu sehen. Wie frei das bunten und improvisierte künstlerische Treiben tatsächlich ist, kann man von außen schwer beurteilen. Jedenfalls schrieb die „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) über die letzte Veranstaltung: Nur wer sich der Kritik an den bestehenden Verhältnissen enthält oder diese unerkannt in seine Werke zu schmuggeln versteht, darf an der Staatsveranstaltung ‚La Bienal de La Habana‘ teilnehmen. http://biennialhavana.org

Dazu in Band 216 erschienen: