Berlin: Wandmalerei im Bilderkeller

9. Januar 2019 · Aktionen & Projekte

Bis zum 27. Februar 2019 zeigt die Akademie der Künste in Berlin in ihrem Akademiegebäude am Pariser Platz im ehemaligen Heizungskeller, der heute als „Bilderkeller“ dient, Wandmalereien von Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Ernst Schroeder und Horst Zickelbein. Sie entstanden 1957 und 1958 als Dekorationen für Karnevalsfeste und stellen damit neben den Ausstellungssäle „der einzige originale Rest des historischen Gebäudes. 1989 erstmals fotografiert, publiziert und seitdem behutsam konserviert, können sie nun nach fast dreißig Jahren erstmals besichtigt werden. Zu sehen sind einmalige Zeugnisse einer jungen Opposition in der Ostberliner Malerei, deren einstiges Konfliktpotential sich heute noch erahnen lässt… In den Wandbildern wird deutlich, dass es der Generation der um 1930 geborenen Meisterschüler um einen anderen als den von Staatsseite geforderten Realismus ging. Sie hatten wesentlichen Anteil an der Ausbildung der sogenannten Berliner Schule, ihre ‚Schwarzen Bilder‘ wurden von der offiziellen Kunstkritik als unzeitgemäß, dekadent und formalistisch diffamiert. Der von außen empfundene Druck ließ die Künstler nur noch enger zusammenrücken und in ihren Bildern aufeinander reagieren. Im Freiraum der Faschingsgestaltung in der Akademie entlud sich die Experimentierlust. Hier tobte sich aus, was in Ausstellungen nicht gezeigt werden durfte…“ http://www.adk.de