Bundesrechnungshof rügt Sanierungsstau bei Berliner Museen

30. Oktober 2019 · Kulturpolitik

Manchmal sind Infrastrukturen marode, weil die öffentliche Hand sie kaputt gespart hat, manchmal war wirklich nicht genug Geld da. Manchmal kann nicht gebaut oder saniert werden, weil im Baugewerbe und im Handwerk Fachkräfte fehlen: Mit „Fachkräftemangel im Bauwesen“ weist Gero Dimter, Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, den Vorwurf des Bundesrechnungshofes zurück, an mehreren der 20 Museen, Sammlungen, Bibliotheken, Instituten und Archiven im Eigentum der Stiftung sei „über viele Jahre hinweg ein erheblicher Bauunterhaltsstau entstanden“, der mittlerweile ein Volumen von mehr als 50 Mill. Euro umfasse. Daher bemängelt der Bundesrechnungshof einen „unzureichenden Werterhalt“: in manchen Depots stehen die Exponate auf Paletten, um sie vor Pfützen zu schützen, woanders sind wertvolle Objekte durch Plastikplanen nur notdürftig abgedeckt, durch undichte Fenster pfeift der Wind. Der Bund hat zwar seine Zuschüsse für den Bauunterhalt von von 3,7 Mill. Euro im Jahre 2010 auf 10 Mill. Euro im Jahr 2020 erhöht, doch das reicht nicht aus. In den 1990er Jahren war der Sanierungsbedarf im Ostteil der Stadt dringlicher, mit dem Effekt, dass inzwischen im Westberliner Stadtteil Dahlem beim dortigen Museumskomplex vieles im Argen liegt. Dort sei „zehn Jahre lang nichts mehr in die Gebäude investiert“ worden, hatte der „Tagesspiegel“ bereits im Januar 2019 berichtet. Die „B.Z.“ errechnete gar, der Sanierungsbedarf dort läge „im dreistelligen Millionenbereich…w er soll das bezahlen? Dafür hat die Stadt kein Geld. Und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch nicht. In Dahlem fehlt der große Wurf, so, wie er in Berlin jetzt meistens fehlt.“ In Dahlem geht es aber nicht nur um Bausanierung, sondern vor allem auch um ein verändertes Nutzungskonzept nach Inbetriebnahme des Humboldtforums. „Jetzt braucht man die Gebäude“ in Dahlem „für Museumszwecke nicht mehr. Man könnte sie an die Freie Universität oder an private Bildungsträger übergeben“, schlägt die B.Z. vor.