Chef des Wolfsburger Kunstmuseums Ralf Beil: Mir wurde gekündigt

14. Dezember 2018 · Personalien

Gestern abend, am 13. Dezember schrieb der Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, Ralf Beil, in eigener Sache überraschend per Mail an die Presse, seine Amtszeit ende gleich am folgenden Tag, dem 14.12., ihm wurde gekündigt. Er bedaure vor allem, die anstehenden beiden Großprojekte nun nicht mehr kuratorisch betreuen zu können und schreibt: „Die künstlerische Freiheit dafür ist am Kunstmuseum Wolfsburg offenbar nicht mehr gegeben. Unlängst verlautete von Dritten, dass „das Museum den Konzern unterstützen sollte“.“ Die ihm ursprünglich zugesicherte kuratorische Freiheit und Unabhängigkeit seien offenbar nicht mehr gültig und die Einstellung hierzu habe sich seit seinem Amtsantritt offenbar geändert. Das Kunstmuseum Wolfsburg steht kurz vor dem 25 jährigen Jubiläum, welches im anstehenden Frühjahr begangen werden soll. Dazu kündigt der Hatje Cantz Verlag eine Publikation von Ralf Beil „The Collection“ über die Sammlung des Museums an, die am 31. Mai 2019 erscheinen soll, was angesichts der nun eingetretenen Umstände etwas pikant wirkt. In den Medien wird derweil über die möglichen Hintergründe der Kündigung und über Beils Anspielungen in Sachen „kuratorischer Freiheit“ spekuliert. Träger des Kunstmuseums Wolfsburg ist nämlich die Kunststiftung Volkswagen. Für den Herbst 2019 hatte Beil eine Ausstellung „Oil. Schönheit und Schrecken des Erdölzeitalters“ in Planung; als kritische Auseinandersetzung mit dem Autozeitalter und seinen Auswirkungen. Ob es da tatsächlich einen Zusammenhang mit der Kündigung geben könnte, ist allerdings „unklar“. So oder so – die Art und Weise des Rauswurfs hat dem Museum wie der Trägerstiftung einen Imageschaden eingebrockt. https://www.kunstmuseum-wolfsburg.de/

Dazu in Band 254 erschienen: