Düsseldorf restituiert Franz Marc-Bild

3. Mai 2021 · Kulturpolitik

1928 kaufte der Bankier Kurt Grawi das Gemälde „Die Füchse“ von Franz Marc. Grawi musste nach einer vorübergehenden Inhaftierung im KZ Sachsenhausen vor den Nazis fließen und 1939 nach Chile emigrieren; das Bild konnte er dabei herausschmuggeln. Er sah sich aber gezwungen, es 1940 in New York zu verkaufen; denn sonst durfte er ins Exil nur zehn Reichsmark mitnehmen. 1962 gelangte das Werk als Schenkung in den Besitz der Stadt Düsseldorf, deren Stadtrat sich jetzt entschloss, es an die Erben Grawis zu restituieren. Die Beratende Kommission für Raubkunstfälle hatte dies empfohlen. Der heutige Wert des Gemäldes wird auf 14 Mill. Euro taxiert. Der damalige Verkaufserlös im Jahre 1940 ist nicht bekannt; doch es wird vermutet, dass Grawi in New York den damals marktüblichen Preis erzielen konnte. Auch wenn der Verkauf in New York „außerhalb des NS-Machtbereichs“ erfolgt und der Erlös korrekt gewesen sei, so habe es sich dennoch in diesem Fall um Raubkunst gehandelt: Denn „auch im Fall Grawi habe der Verkauf in unmittelbarem Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Verfolgung gestanden“, so dass „der Ort des Geschehens demgegenüber zurücktrete“, argumentierte die Beratungskommission.

Dazu in Band 246 erschienen: