Grütters will Stipendien aufstocken

30. Juli 2020 · Kulturpolitik

Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigte eine Erhöhung der Stipendien aus Bundesmitteln für freischaffende Künstler an: der Etat wird künftig von 8,5 Mio. Euro auf 52 Mio. im Jahr aufgestockt; die Regelung gilt bis Ende 2021. Grütters nannte die Maßnahme „eine Reaktion auf die schwierige Situation der Solo-Selbständigen“ in der Corona-Krise. Vergeben werden die Stipendien für bildende Künstler über die Stiftung Kunstfonds, für Performer und freiberufliche Schauspieler über den Fonds Darstellende Künstler. Das Stipendienprogramm Musikfonds unterstützt Komponisten, Musiker und Klangkünstler; der Dachverband Tanz ist für Choreografen und Tänzer zuständig. Die individuellen Stipendien betragen mehr als 1.000 Euro im Monat. Erhard Grunbdl, kulturpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, hält das Hilfspaket für „unzureichend“, weil „keine Erstattung der Lebenshaltungskosten“ vorgesehen sei. Tatsächlich gibt es auch bei den anderen bisherigen Soforthilfemaßnahmen zumeist die Auflage, die Fördermittel sachgerecht nur zur Realisierung bestimmter kultureller Projekte, nicht aber für den privaten Konsum zu verwenden. Dies ist aber gängige Praxis, denn schon immer galt auch sonst bei der Auslobung von Reise- und Residenzstipendien, Projektförderungen etc. fast immer die Einschränkung, dass Verpflegungskosten oder Honorare nicht in den Kostenplan aufgenommen werden dürfen.