Madrid: Empörung über Leon Ferrari-Ausstellung

13. Januar 2021 · Kulturpolitik

Eine Ausstellung mit Werken von León Ferrari (1920–2013) im Madrider Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía hat konservativ-katholische Kreise nachhaltig verstört. Stein des Anstoßes: „In der Ausstellung sind Jesusfiguren in einer Bratpfanne, auf einer Zitronenpresse oder einem Reibeisen zu sehen“, berichtet die „taz-tageszeitung“. Eine Arbeit des Künstlers, der 2007 mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig geehrt wurde, zeigt einen gekreuzigten Jesus auf einem Kampfjet. Die deswegen empörte Gruppe Haztee Oir.org (Verschaff dir Gehör) sammelte 22.000 Unterschriften „für die sofortige Schließung der Ausstellung“ mit dem Titel „Die freundliche Grausamkeit“. Sie läuft noch bis zum 12. April 2021 in Madrid, macht dann Station im Van Abbemuseum Eindhoven und später im Centre Pompidou in Paris.“ Die Werkschau „beleidige Jesus und mache sich über das Evangelium lustig“, beschweren sich die Unterzeichner. Die Vereinigung Christlicher Anwälte zeigte den Museumsdirektor des Reina Sofía, Manuel Borja-Villel, wegen „Verletzung religiöser Gefühle“ an. Ferrari zog sich mit einer anderen Ausstellung 2004 im Recoleta-Kulturzentrum von Buenos Aires auch den Zorn des heutigen Papstes Franziskus zu: als damaliger Erzbischof von Buenos Aires beschimpfte er den Künstler als „Gotteslästerer“. https://www.museoreinasofia.es/

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