Manifesta Marseille: Les Paralleles du Sud

15. Juli 2019 · Biennalen

Zu jeder Ausgabe einer Manifesta-Biennale findet ein Parallel-Programm statt, das Synergien zwischen der Hauptveranstaltung und zahlreichen Begleit-Events schaffen und ein Netzwerk von Fachleuten wie Architekten, Künstlern, Kuratoren und Stadtplanern zusammen führen soll. Bei der Manifesta 12 im Jahr 2020 in Marseille heißt dieses Begleitprogramm „Les Paralleles du Sud“. Während die Vokabel „Le Midi“ umgangssprachlich den gesamten Süden Frankreichs meint, geht es hier speziell um das soziale und kulturelle Gefüge der Gastgeberregion in und um Marseille. Die Stadt selbst umfasst als zweitgrößte Metropole Frankreichs zwar lediglich 862.000 Einwohner, aber Stadtplaner müssen bei Infrastrukturprojekten die gesamte Metropolregion mit 3 Mill. Einwohnern im Blickfeld haben. In den 1970er und 1980er Jahren waren rund 10 Prozent der Einwohner Marseilles in die Vorstädte abgewandert. Damals war es eine eher wohlhabende bürgerliche Schicht, die sich aus den damals unwirtlichen und erst in den 1990er Jahren gehörig aufgehübschten älteren Stadtvierteln dorthin zurück zog; heute sehen sich hingegen eher ärmere Einwohner einer Verdrängung durch Gentrifizierung ausgesetzt. Regionale Institute können für Projekte im Rahmen dieses Parallelprogramms bei der Region du Sud Fördermittel in Höhe von 4.000 bis 30.000 Euro beantragen, jedoch nicht mehr als dreißig Prozent ihres Gesamtbudgets (die Antragfrist läuft am 31. Oktober 2019 ab). http://www.manifesta.org

Dazu in Band 241 erschienen: