Zum Tod von Steffen Meyn im Hambacher Forst

9. Oktober 2018 · Aktionen & Projekte

Am 19. September 2018 starb durch einen Unfall im Hambacher Forst der 27-jährige Steffen Meyn. Die Presse berichtete vom Tod eines Journalisten und Bloggers. Meyn gehörte zu der Bürgerbewegung, welche sich aktiv für Naturschutz, Ökologie und damit auch die Rettung des sehr alten Hambacher Forstes einsetzten. Meyn war Journalist und Blogger, aber er war auch Student an der Kunsthochschule für Medien Köln. ‚Facetten des Widerstands – Teil 1 Hambacher Forst‘ lautete der Titel seiner Projektarbeit, die sich der aktuellen Lebensform der Bewohner im Wald und der bevorstehenden Räumung widmete. Meyn arbeitete, als Pressemitglied offiziell angemeldet, im Forst und den Baumhäusern mit einer 360°-Kamera. Meyns tiefes Interesse an einer verschonten Natur ging einher mit dem sozialen Impuls, der an der informellen Anarchie und Selbstorganisation in situativen oder auch temporär exponierten Lebensformen interessiert war. Meyn dachte skeptisch über die Möglichkeiten der Kunst in der heutigen Gesellschaft nach. Dabei ging es ihm nicht vorrangig oder gar ausschließlich um Bilder. Seine Interessen waren vielfältig. Im Dossier, mit dem Meyn sich 2015 an der KHM anmeldete, sind unter ‚persönliche Interessen‘ vermerkt: „Schauspiel, Musik, Theater, Film, Kochen, Lesen, Politik, Umwelt und Tierschutz, neue Orte und Menschen kennenlernen, Skandinavien, die finnische Sprache.“ Steffen Meyn engagierte sich im Studierendenparlament und im Asta der KHM Köln. Gläubiger Christ und Veganer, war er sanftmütig, freundlich, bestimmt, klar und radikal zugleich – ein friedlicher, besonnener Mensch, der Lösungen suchte, Pauschalisierungen und Feindbilder stets ablehnte. Hans Ulrich Reck, Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln