Karlsruhe
Anna Barham
delirious mantra
Badischer Kunstverein 13.2.–14.6.2026
von Carmela Thiele
Mitunter reicht ein Thema als Basis für ein ganzes Werk aus. Für Anna Barham (*1973) ist es die Sprache, ihre Poesie, ihre Bedeutung als Zeichensystem, wie sie entsteht und wie sie gelesen wird. Solche Fragen klingen vielstimmig in Anna Barhams Videos an, in ihren multimedialen Installationen und Soundarbeiten. Die subtil instrumentierten Untersuchungen der Künstlerin zeigen, dass gesprochene Sprache sehr viel mehr und vor allem andere Informationen transportiert als geschriebener oder von Transkriptionssoftware übersetzter Text.
Die Schau Anna Barham. delirious mantra stellt erstmals einen Querschnitt des Werks der Britin in Deutschland vor. Zu sehen sind fünf sehr unterschiedliche Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren.
Anna Barham befasste sich vor ihrem Studium an der Slade School of Fine Art in London an der Universität Cambridge mit Mathematik und Philosophie. Zu Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn arbeitete sie mit Tangram-Puzzle-Spielen und Anagrammen. Für diese Phase ihrer Arbeit steht in der Karlsruher Ausstellung das Video Magenta, Emerald, Lapis aus dem Jahre 2009, das die Besucher*innen am Eingang der Ausstellung empfängt. Die großformatige Projektion zeigt einen Leuchttisch, auf dem flink agierende Hände aus den sieben Teilen eines Tangram-Puzzles Buchstaben legen. Für diejenigen, die der Aktion Buchstabe für Buchstabe folgen, ergibt sich am Ende ein Gedicht. Die Transformation von Zeichen und Bedeutungen wird hier anschaulich vorgeführt.
Ihr Projekt Out of the gravel von 2022 wurde für ihre zukünftige Arbeit wegweisend. In einer Versuchsanordnung stellte sie ein Spracherkennungsprogramm auf die Probe. Sie ließ eine Person einen Abschnitt eines Texts lesen, druckte daraufhin die maschinell…
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