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Band 254

Politik, Ethik, Kunst

KULTURELLER KLIMAWANDEL - STRATEGIEN UND WERKZEUGE

Sei politisch! Setze ein Zeichen! Dieses Credo scheint ein treibender Motor der gegenwärtigen Kunstproduktion zu sein. Ob auf Messen, Biennalen oder in Museen: Kunst mit politischen und ethischen Botschaften erzielt eine maximale Aufmerksamkeit, sublimiert die Kunstwelt und lässt Künstlerkarrieren befeuern. Hoch im Kurs sind Themen wie Rechtspopulismus, Donald Trump, Demokratie und die Flüchtlingskrise. Gleichzeitig scheint die künstlerische Freiheit durch Shitstorms und eine neue „Political Correctness“ zu schwinden. Welche Folgen und Gefahren entstehen hierdurch? Wie stellt man Qualitätsmerkmale in Bezug auf politische Kunst auf? Gibt es „linke“ Kunstwerke, die sich auch für rechtspopulistische Weltbilder auslegen lassen? In diesem Themenband wird in Essays diesen Fragen nachgegangen, Gespräche mit Aktivisten, einem Regisseur, sowie Künstlern diskutieren die Rolle der Kunst zwischen Aktivismus, Aufklärung und Engagement. Vor der Omnipräsenz der politischen Kunst stellt sich schließlich die Frage: Kann politische Kunst überhaupt (noch) Menschen beeinflussen? Denn: Nicht jedes politische Zeichen ist auch gleich ein gutes Kunstwerk.


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Aktionen & Projekte

Findungskommission für documenta 15 steht

Die Vorbereitungen für die nächste documenta, die 2022 stattfinden wird (18. Juni bis 25. September) sind in vollem Gange. Nun wurde die Findungskommission für die documenta 15 bekannt gegeben. Diese sollen dann bis Anfang 2019 die Auswahl der künstlerischen Leitung für die d 15 treffen. Die 8 Mitglieder, die hierzu berufen wurden, sind: Ute Meta Bauer, Gründungsdirektorin Centre for Contemporary Art, Singapur, Charles Esche, Direktor Van Abbemuseum Eindhoven, Amar Kanwar, Künstler aus Neu Delhi, Frances Morris, Direktorin Tate Modern London, Gabi Ngcobo, Kuratorin 10. Berlin Biennale 2018, Elvira Dyangani Ose, Kuratorin Creative Time, New York, (ab September 2018 Direktorin The Showroom, London), Philippe Pirotte, Rektor Staatl. Hochschule für Bildende Künste – Städelschule Frankfurt/M., und Jochen Volz, Direktor Pinacoteca do Estado de São Paulo.
 

 

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Personalien

Daniel Birnbaum verlässt Stockholm

Daniel Birnbaum verlässt das Moderna Museet in Stockholm und wechselt dann Anfang 2019 zu Acute Art in London, einer Initiative, die 2017 als digitales Kunstlabor gegründet wurde, um technologische und künstlerische Visionen bei der Produktion von Digitalkunst zusammen zu führen. In Stockholm war er acht Jahre lang Museumsdirektor gewesen. Dem deutschen Kunstpublikum ist Birnbaum als Rektor der Frankfurter Städelschule in den Janren 2000 bis 2019 bekannt. 2018 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande als „Kenner und Freund Deutschlands und unermüdlicher Förderer der schwedisch-deutschen Kulturbeziehungen.“

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Dazu in Band 198 erschienen:

Auch die Behauptung des Unpolitischen ist politisch

Daniel Birnbaum, der Leiter der Biennale Venedig 2009, 1963 in Stockholm geboren, studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Stockholm, Berlin und New York. Von 1996 bis 1998 als Dozent für Kunsttheorie am University College of Art, Craft and Design in Stockholm tätig, wurde er 1998 an der Stockholmer Universität in Philosophie promoviert und übernahm bis 2000 die Leitung des „International Artists Studio Program“. Neben seiner Tätigkeit als Verfasser von Texten für Kunstzeitschriften beschäftigte er sich auch wissenschaftlich mit Novalis, Edmund Husserl, Martin Heidegger, Gottlob Frege, Ludwig Wittgenstein und Jacques Derrida.  

Ein Gesprächsmarathon von Heinz-Norbert Jocks

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Museen & Institutionen

Bonn: The Playground Project

Spielplätze zu gestalten beschränkt sich längst nicht mehr auf einen Sandkasten und das Aufstellen einer Wippe. „Zwischen 1950 und 1980 war der Spielplatz ein kreatives Labor“, behaupten die Ausstellungsmacher um die Kuratorin Gabriela Burkhalter als Fazit ihres Projekts „The Playground“ in der Bonner Bundeskunsthalle (bis 28. Oktober 2018). „In den Städten der Industrienationen entstanden innovative, verrückte, interessante und aufregende Spielplätze“. Dies wird in der Ausstellung in zahlreichen Bildern, Filmen, Plänen und Modellen dokumentiert. www.bundeskunsthalle.de

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Kulturpolitik

Berlin: Streit um Kunst im Gewerbegebiet

Die ehemalige Fahrbereitschaft der SED in der Herzbergstraße von Berlin-Lichtenberg: hier sollte eigentlich in Kürze eine Ausstellung von Studenten der kunsthochschule berlin weißensee stattfinden, danach eine Fotoschau mit Aufnahmen aus Syrien und dem Irak und eine Veranstaltung zur Berliner Art Week im Herbst. Doch der Kunstsammler Axel Haubrok, der zusammen mit seiner Frau Barbara das 20.000 am große Areal 2013 gekauft hatte, sagte alle geplanten Events ab. Der Grund: das Bezirksamt Berlin-Lichtenberg hatte ihm eine Strafe bis zu einer halben Million Euro angedroht, wenn dort weiterhin öffentliche Ausstellungen stattfänden, denn das Gelände läge in einem Gewerbeschutzgebiet. Paradoxerweise dürfen Künstler und Kreative hier zwar Werke produzieren, aber eben nicht öffentlich ausstellen, erläuterte der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Baustadträtin Birgit Monteiro (SPD). Sammler Haubrok würde hier gerne eine Kunsthalle eröffnen und den Standort auch sonst für Künstler sichern, sieht sich aber nun gezwungen, sich nach anderen Standorten dafür umzusehen. Die Haltung der Bezirkspolitiker ist widersprüchlich und undurchsichtig: der Bezirksbürgermeister und Kulturstadtrat Michael Grunst möchte zwar gerne „eine Art Mischnutzung in der Herzbergstraße durchsetzen und damit das reine Gewerbegebiet auflösen“, so der „Tagesspiegel“. Ein Nebeneinander von Kunst und Gewerbe wäre dann durchaus möglich, doch in einem Positionspapier dazu findet sich wenig Konkretes: fest steht nur, dass in dem Gewerbestandort weitere Wohnhäuser und Einzelhandel nicht erlaubt werden. Bau- und Wirtschaftsstadträtin Monteiro, so mutmaßt der „Tagesspiegel“, setze sich „für den Gewerbestandort Herzbergstraße ein“. Nach gängiger Lesart haben Kulturveranstaltungen, die nicht gewinnorientiert ausgerichtet sind, jedoch keinen gewerblichen Charakter (aus gewerbe- und steuerrechtlichen Gründen nennen sich deswegen z.B. Non-Profit-Kunsträume auch nicht „Galerie“).

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Biennalen

Biennale Gerdheina VI: Writing Mountains

Die Biennale Gherdëina läuft vom 26. Juli bis zum 15. September 2018. Zur Eröffnung ist ein umfangreiches Performanceprogramm angekündigt. „Entstanden als Parallelevent zu Manifesta 7 findet die Biennale Gherdëina bereits zum sechsten Mal in St. Ulrich im Grödental statt und wird erneut von Adam Budak kuratiert. Dieses Jahr wird sich die Ausstellung mit eigens konzipierten Werken zeitgenössischer Kunst erstmals über den öffentlichen Raum des Dorfzentrums hinaus ausweiten und bestimmte Punkte in der umliegenden Landschaft in Form eines Parcours einbinden. 17 KünstlerInnen wurden eingeladen, mit der herausragenden Naturlandschaft der Dolomiten, der Kultur und Geschichte des Tales, sozialen und linguistischen Eigenheiten sowie mit gesellschaftlichen Themen künstlerisch zu arbeiten.“ Künstlerliste: Mariana Castillo Deball, Claudia Comte, Alessandro De Francesco, Alicja Kwade, Sissa Micheli, Štefan Papčo, Giuseppe Penone, Simon Perathoner, Gianni Pettena, Agnieszka Polska, Jiří Příhoda, Gregor Prugger, Mathilde Rosier, Egill Sæbjörnsson, Fabien Vallos, Nico Vascellari, Franz West. www.biennalegherdeina.it

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Museen & Institutionen

Emma Portner in der Fondation Beyeler

Erstmals tritt die kanadische Künstlerin Emma Portner in der Schweiz auf, und zwar am 7. und 8. Juli 2018 in der Fondation Beyeler. Am Samstag, 7. Juli zeigt sie um 17.00 Uhr „die Premiere ihres – eigens für die Ausstellung Bacon Giacometti konzipierten Films Femme Debout, gefolgt von Solo Performances von Portner selbst sowie ihren Tanzpartnern Ajani Johnson-Goffe und Brian Davis. In einem körperlichen Dialog erkundet und interpretiert Portner die Werke der aktuellen Ausstellung «Bacon – Giacometti»... Am Sonntag, 8. Juli, verbinden sich die Tänzer zu Paaren: In drei Sets von drei rund 10-minütigen Duetten (jeweils um 11:00, 13:00 und 15:00 Uhr) reflektiert Portner mit ihren Tanzpartnern den Film und die Ausstellung“. www.fondationbeyeler.ch

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Hochschulen

UdK Berlin: Rundgang

Vom 20. bis zum 22. Juli findet der Rundgang der UdK Berlin statt. Das diesjährige Rundgangmotiv kommt von Gabriela Kapfer hat aus der Klasse Visuelle Systeme von Prof. David Skopec in Form eines beweglichen Lassos gestaltet. www.udk-berlin.de

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Personalien

Jean Toche gestorben

Jean Toche, 1932 in Belgien geboren, begann als Jazzmusiker und abstrakt-expressionistischer Maler. 1966 nahm er teil am „Destruction in Art Symposium“ Gustav Metzgers in London und schuf später aggressive Lichtinstallationen. In NYC 1969–1976 schuf er mit Jon Hendricks und Poppy Johnson als „Guerilla Art Action Group“ radikal-politische Aktionskunst. Toche lehnte Kompromisse ab und verweigerte sich dem kommerziellen Kunstbetrieb. Bis er 2014 künstlerisch verstummte, übte er mit MailArt und fotogenerierten Tableaus heftige Kritik an der US-Kriegspolitik, an Religionen und Unterdrückung, an Rassismus, Misogynie und Sexismus. Am 9. Juli 2018 wurde er in seinem Haus auf Staten Island tot aufgefunden.

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Museen & Institutionen

Alina Szapocznikow in der Kunsthalle Baden-Baden

Vom 21. Juli bis zum 7. Oktober 2018 "präsentiert die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden in zwei ihrer großen Oberlichtsäle die bisher umfassendste Werkschau der polnischen Künstlerin Alina Szapocznikow (1926-1973) im deutschsprachigen Raum. Die Ausstellung versammelt über 50 Arbeiten aus allen Schaffensphasen und gibt einen tiefen Einblick in das Werk einer der radikalsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die erst seit wenigen Jahren auch außerhalb Polens international Anerkennung findet. Alina Szapocznikows Schaffen war geprägt von der intensiven Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und seiner Vergänglichkeit. Dank einer klassischen Bildhauerausbildung, die ihre frühesten Arbeiten prägte, verfügte sie über eine Formensprache, die sie im Verlauf von zwei Jahrzehnten immer wieder hinterfragen und dekonstruieren sollte. Nachdem sie figurative Skulpturen aus Bronze, Gips oder Stein geschaffen hatte, begann die Künstlerin mit neuen Materialien wie Polyesterharz und Polyurethan zu experimentieren. Damit revolutionierte sie die Ausdrucksmöglichkeiten von Skulptur. Sie zerlegte den menschlichen Körper in Fragmente wie Lippen, Brüste, Bauch und Gliedmaßen, um diese wieder neu zusammenzusetzen oder für sich allein stehen zu lassen. Oft fand auch ihr eigener Körper als Abdruck Eingang in die Arbeiten..." www.kunsthalle-baden-baden.de

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Aktionen & Projekte

Tirol: Max 500

2019 jährt sich der Todestag Kaiser Maximilians I. zum fünfhundertsten Mal. Aus diesem Anlass focussiert das Land Tirol seine Fördermaßnahmen für 2018/2019 auf MAX 500. Kunst im öffentlichen Raum. Kaiser Maximilian lebte und regierte in einer Umbruchsituation zwischen Mittelalter und Neuzeit. „Die vielen Kriege, die er führte, waren sehr kostenintensiv und so musste er Darlehen von bürgerlichen Bankiers wie der Familie Fugger in Anspruch nehmen, die dafür unter anderem Bergwerkserträge in Tirol (Silberbergwerk Schwaz) erhielten... Kaiser Maximilian... wählte … Innsbruck zu seiner Residenz und war gerne in Tirol, weil er hier besonders gut dem Klettern, Jagen und Fischen, nachgehen konnte. Er hinterließ im gesamten Gebiet des heutigen österreichischen Bundeslandes von Anras bis Pflach und von Nauders bis Kufstein Spuren... Der Blick in die ein halbes Jahrtausend zurückliegende Vergangenheit zeigt, dass Themen wie das Verhältnis von Macht und Medien, Migration und Markt damals ihren Ausgang fanden und bis in die Gegenwart wiederkehren...“ Zum Gedenkjahr wählen die Kuratoren Maria Anwander, Walter Prenner und Franziska Weinberger Projekte mit Interventionen und Installationen im öffentlichen Raum aus. www.tirol.gv.at

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Museen & Institutionen

David Claerbout im Kunsthaus Bregenz

Vom 14. Juli bis zum 7. Oktober zeigt der in Antwerpen und Berlin ansässige Künstler David Claerbout Video- und Soundarbeiten im Kunsthaus Bregenz. Seine Werke „sind Ausdruck seiner Faszination für die Zyklen der Natur und seiner Wahrnehmung von Ferne und Fokus, Ruhe und Vergehen, Licht und Schatten.“ Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Außenfassade des Museums mit Projektionen bespielt. Diese Filminstallation beruht auf dem Filmklassiker „Das Dschungelbuch“. www.kunsthaus-bregenz.at

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Dazu in Band 240 erschienen:

David Claerbout - Auf der Suche Nach der fotografierten Zeit

Im Alltag erfolgt die Unterscheidung zwischen Fotografie und Film gewöhnlich problemlos und scheint, vordergründig betrachtet, banal zu sein. Die philosophisch-ästhetische und medientheoretische Debatte über die Differenz der beiden Bildtechniken hingegen ist äußerst abstrakt und oft rein akademisch. In der künstlerischen Praxis David Claerbouts, in der sich Fotografie und Film durchdringen, erfolgt die Selbstreflexion der Gattungen nicht theoretisch, sie involviert die Betrachter und weist gleichzeitig über sich hinaus auf unsere Vorstellung von Zeit, in die wir, ob gewollt oder nicht, verstrickt sind.  

Ein Gespräch von Heinz Schütz

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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